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de:bc-453

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SE-219: BC-453-(*)

Empfänger BC-453; hergestellt von div. U.S.-Herstellern.

Das amerikanische Funksystem SCR-274, welches auch als „Command Set“ bekannt ist, war in Schweiz als SE-219 bei den Fliegertruppen im Einsatz. In den USA war es für den Kurzdistanzverkehr von Flugzeugen im Verband und in Flugplatznähe vorgesehen.

Das System SCR-274 ist modulartig aus Einzelkomponenten zusammengesetzt, es besteht aus Empfängern mit unterschiedlichen Frequenzbereichen, Sendern, einem Modulator für die verschiedenen Sender und verschiedenen Zusatzgeräten. Der Empfänger BC-453 deckt den Langwellenbereich von 0.19 - 0.55 MHz ab, als „Beacon Receiver“ empfängt er die Flugfunkbaken im Langwellenbereich.

SCR-274-N: Empfänger BC-453-B

Technische Daten

Stromversorgung

  • Umformer: vom 28 V Flugzeug - Bordnetz mittels rotierendem Umformer DM-32 (28 V, 1.6 A)

Dimensionen

  • 122 x 194 x 147 mm, 2.6 kg

Zubehör

  • Dynamotor (rotierender Umformer) DM-32-A (montiert im hinteren Teil des Chassis)
  • Adapter FT-230-A (für Fernbedienung) resp. Adapter FT-260-A (für Lokalbetrieb), Control Unit MC-237-A, Plug PL-192
  • Rack FT-220-A und Mounting FT-221-A zur Aufnahme von drei Empfängern (420 x 272 x 35 mm, 0.45 kg)
  • für den Fernbetrieb kommt die Radio Control Box BC-450-A und das Mounting FT-222-A zum Einsatz. (241 x 138 x 75 mm, 1.2 kg)
  • Mikrophon T-17
  • Headset HS-33
  • Test Sets RC-54-A und RC-55-A

Bedienung

Der Empfänger BC-453 ist Teil der Empfangsanlage des Flugzeug - Funksystems SCR-274, mehrere Empfänger mit unterschiedlichen Frequenzbereichen sind in einem Montagerack zusammengefasst. Üblicherweise kommt das Rack FT-220-A für drei Empfänger zum Einsatz. Vom Rack aus gehen von den Buchsen J-21, J-22 und J-23 drei Leitungen zum Fernbediengerät Radio Control Box BC-450-A, die Primärspannung muss an J-24 angelegt werden und die Leitungen J-6 und J-7 verbinden mit dem Sendermodulator.

Die Empfänger werden über das Montagerack mit der Flugzeug - Bordspannung von 28 V versorgt, ein rotierender Umformer DM-32 an jedem Empfänger stellt die entsprechende Anodenspannung von 250 V bereit.

Die Empfänger können lokal bedient werden, dazu wird in die Öffnung an der Vorderseite der Adapter FT-260-A eingeschoben, dieser verfügt über einen Schalter CW-OFF-MCW und einen Lautstärkeregler INCREASE OUTPUT. Mit der Control Unit MC-237-A, einem Drehknopf, kann die Abstimmung rechts von der runden schwarzen Frequenzskala betätigt werden.

Alternativ können die Empfänger mit dem Fernbediengerät Radio Control Box BC-450-A betrieben werden, dazu verfügt dieser über drei Frequenzskalen, die mit einer flexiblen Welle („Tuning Shaft“) mit der Abstimm-„Buchse“ am Empfänger verbunden sind. Wie die Adapter zur Direktbedienung verfügt die Radio Control Box über einen Betriebsschalter CW-OFF-MCW und über einen Lautstärkeregler. Alle drei Empfänger können parallel resp. gleichzeitig betrieben werden. Im Empfänger muss der Adapter FT-230 mit dem Blinddeckel eingeschoben sein.

Technisches Prinzip

Der Empfänger ist auf einem Aluminiumchassis gedrängt aufgebaut. Auf der Frontplatte liegen die schwarze runde Scheibe der Frequenzskala, eine Buchse zur Betätigung der Abstimmung lokal mittels Knopf oder über eine Welle vom Fernbediengerät und eine Vertiefung. Hier wird zum Fernbetrieb der Adapter FT-230 eingesteckt, der im wesentlichen intern aus einer Brücke und einem Deckel besteht. Zum Lokalbetrieb wird der Adapter FT-260 verwendet, nur dieser verfügt über den Betriebsschalter für CW und MCW Betrieb und den Lautstärkeregler.

Das Antennensignal gelangt über einen abgestimmten HF-Kreis zur HF-Vorstufe (V1, 12SK7), nach einem zweiten abgestimmten Schwingkreis am Gitter der Mischstufe wird das Signal in der Mischstufe (V2, 12K8), die auch als Oszillatorröhre wirkt, auf die ZF von 1415 kHz umgesetzt. Dieses wird in zwei ZF-Stufen (V3, 12SK7 und V4 (12SK7) verstärkt. Die Demodulation erfolgt in V5 (12SR7), diese Röhre wirkt auch als BFO für CW-Empfang. V6 (12A6), wirkt als NF-Endstufe; über den Ausgangstransformator kann ein hochohmiger (8000 Ω) Kopfhörer angeschlossen werden, Geräte mit Suffix -B haben einen 600 Ω - Ausgang.

Aussergewöhnlich am Empfänger ist, dass auch die Spulen steckbar ausgeführt sind: im Spulensatz Z5 ist im Z-5A die Antennenspule L1, in Z-5B die Spulen der HF-Verstärkerstufe L2 und L3 und in Z-5C die Oszillatorspulen L4 und L5 steckbar untergebracht. Auch die ZF-Transformatoren Z1, Z2 und Z3 mit jeweils zwei abgestimmten Spulen sind steckbar ausgeführt, der Abgleich der Spulen soll falls möglich nicht verändert werden. Zwei Glimmlampen im Antennenkreis und Anodenkreis der Endstufe schützen vor schädlichen Überspannungen.

Am Adapter FT-260 für den Lokalbetrieb sind der Switch S-2 und das Potentiometer R-25 zur Lautstärkeregelung enthalten, diese Funktionen werden sonst vom Fernbedientgerät übernommen. Oftmals wurden Geräte modifiziert, indem Schalter und Potentiometer auf improvisierte Adapter integriert wurden.

Röhrenbestückung

V1 (12SK7 (VT131), HF Vorstufe); V2 (12K8 (VT132), Mischstufe); V3 (12SK7 (VT131). 1. ZF-Verstärker); V4 (12SK7 (VT131), 2. ZF-Verstärker); V5 (12SR7 (VT133), Demodulation und BFO für CW; V6 (12A6 (VT134), NF-Endstufe).

Entwicklung

Um 1934 entwickelte Frederick H. Drake von der Aircraft Radio Corporation mit dem Superhet K command set einen universellen Ersatz für die bis dahin im Flugwesen im Einsatz stehenden Geradeausempfänger. Nach zahlreichen Verbesserungen war das modulare System mit mehreren Empfängern, jeweils einen pro Frequenzband, und mehreren Sendern, jeweils mit einer bequarzten Frequenz und einer gemeinsamen Modulatoreinheit als SCR-274-N im Jahre 1939 einsetzbereit und wurde im Folgejahr von der Army als SCR-274-N, von der Navy als ARA/ATA beschafft. UM 1942/3 kam die Nachfolgeversion JAN (Joint Army Navy) AN/ARC-5.

Das System SCR-274-N war in amerikanischen Flugzeugen im 2. Weltkrieg sehr verbreitet, in den Bombern B-17, etc. war jeweils eine Anlage mit drei Empfängern, einem Modulator, zwei oder drei Sendern und den entsprechenden Fernbediengeräten im Einsatz. In Jägern und Schulflugzeugen begnügte man sich oft mit einer Konfiguration mit einem Empfänger und einem Sender - das SCR-274-N wurde zur Kommunikation zwischen Flugzeugen im Verband und mit dem Kontrollturm des Flugplatzes eingesetzt.

Hergestellt wurden die Geräte von der Aircraft Radio Corporation, aber auch von Western Electric und Colonial Radio in sogenannten Contracts. Mit 1'450'000 gebauten Empfängern und Sendern war das „Command Set“ eine der am häufigsten gebauten Funkanlagen überhaupt.

Viele Geräte wurden in der Nachkriegszeit als Surplus verkauft, oftmals von Funkamateuren modifiziert, auf Lokalbetrieb umgebaut (das Original mit dem Einschub-Adapter FT-230 war nur für Fernbedienung vorgesehen) - unmodifizierte BC-453 sind heute als selten zu betrachten und rechtfertigen viel höhere Preise, als die häufig auf Flohmärkten gesehenen Bastlergeräte.

Einsatz

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/bc-453.1564771309.txt.gz · Zuletzt geändert: 2019/08/02 20:41 von mb