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de:e-623

E-623: Braun T 1000

Universalempfänger T1000; hergestellt von Braun, Frankfurt.

Der Allwellen - Kofferempfänger Braun T 1000 stand auch im Dienste der Eidgenossenschaft, das Gerät war als analoger Weltempfänger auch im deutschen diplomatischen Dienst beliebt.

E-623: Braun T 1000

Technische Daten

Stromversorgung

Der Empfänger wird mit 8 UM-1 1,5 Volt-Batterien mit Spannung versorgt, eine neunte Batterie dient der Skalenbeleuchtung. Mit dem optional einbaubaren Netzteil TN1000 verträgt der Empfänger Netzspannungen von 90 - 130 respektive 150 - 240 V, er kann aber auch mit Gleichstromquellen betrieben werden und verträgt Spannungen von 6 - 12 Volt.

Dimensionen

  • 360 x 235 x 140 mm, 8.5 kg

Zubehör

  • eingebaute Ferritantenne für LW/MW; Teleskopantennen

Die Antennenausstattung erlaubt einen problemlosen Stand-alone - Betrieb mit einer Ferritantenne für die Lang- und Mittelwellenbereiche, einer 1,8 m langen Teleskopantenne für die Kurzwelle und zwei UKW-Teleskopantennen. Zum T100 war ein Peiladapter PV1000 (erlaubt Umschaltung von Rundfunkempfang auf Peilbetrieb mit Peilminimum und -maximum und Seitenerkennung, dazu ist auch das Peilkreuz PK1000 notwendig.


E-623: Braun T 1000

Bedienung

Der Braun T 1000 ist der einzige von Braun hergestellte ernstzunehmende Weltempfänger, er wurde in teils überarbeiteten Versionen von 1963 bis 1970 Zeit produziert und wurde unter anderem vom deutschen diplomatischen Corps gerne eingesetzt.

Das Koffergerät verfügt zur Linken über einen grossen Frontlautsprecher, eine ausklappbare Abdeckung schützt zur Rechten die Skala und die Bedienelemente.

Die Senderskala ist als horizontale Analogskala ausgeführt, die Rundfunk- und Amateurfunkbänder sind gekennzeichnet, aber nicht in sich gespreizt. Je ein Abstimmknopf dient zur Abstimmung der AM-Bereiche und des UKW-Bereichs. Die Wiederkehrgenauigkeit ist verglichen mit den Geräten mit einer auf dem Wadley-Prinzip basierenden Linearskala oder gar den Geräten mit einer digitalen Frequenzanzeige für heutige Verhältnisse ungenügend; um eine Station gezielt einstellen zu können, braucht es einige Kenntnisse der Bandbelegungen und das Pausenzeichen zur Identifikation.

Unter der Skala von links der Lautstärkeregler mit dem darunterliegenden Hauptschalter, die Tonblende (durch Herausziehen des Knopfes wird ein NF- Filter aktiviert), der BFO-Regler und darunter der Schalter für die zwei ZF-Bandbreiten von +/-1 und +/- 3 kHz. Der Regler zur Rechten aktiviert die manuelle Verstärkungsregelung MGC, der Schalter darunter die Skalenbeleuchtung. Es folgt der Feinabstimmregler, der einen kleinen mit der Hauptabstimmung gewählten Frequenzbereich elektronisch spreizt, gleich darunter in einer etwas ungünstigen Position das S-Meter, das beim „Tweaken“ eines Signals von den Fingern überdeckt wird. Zur Rechten folgt die Reihe der Tasten für AM- und FM-Betrieb, für den Tonbandeingang und die schaltbare automatische Frequenzkorrektur.

In der untersten Reihe finden sich Anschlussbuchsen und links vom Feld der Antennenanschlüsse ein Antennenanpass - Trimmer für die Aussenantenne.

Technisches Prinzip

Technisch arbeitet das Gerät auf den AM-Bereichen als Einfachsuper mit einer Vorstufe und zwei abgestimmten Vorkreisen, die ZF liegt bei den üblichen 455 kHz. Der ZF-Verstärker ist dreistufig aufgebaut, zum AM-Demodulation dient eine Halbleiterdiode. Der NF-Verstärker ist dreistufig und verfügt neben einer Tonblende ein NF-Filter. Ein BFO dient zum Empfang von Einseitenband- und CW-Aussendungen. Die Empfindlichkeit liegt im Langwellenbereich bei 20 μV, auf den Mittelwellenbereichen bei 15 - 30 μV, auf den höheren Kurzwellenbereichen bei 8 μV.
Im UKW-Bereich verfügt der Empfänger über zwei HF-Vorstufen, die ZF liegt bei den für FM-Empfang üblichen 10,7 MHz. Die Eingangsempfindlichkeit liegt bei 1,4 μV für -26 dB.

Der T1000 erlaubt den problemlosen Empfang der internationalen Stationen, die Sendersuche ist auf der wenig gespreizten Analogskala mühsam. Wenn eine Station einmal gefunden ist, kann mit der Feinabstimmung und den schmalen LC-Filtern dann der Empfang noch weiter optimiert werden. CW- und SSB-Empfang geht nur mittels BFO, die Einstellung einer Amateurfunkstation kann mit der Bandspreizung, dem BFO und der manuellen Verstärkungsregelung schon ziemlich mühsam werden, zum ECSS-Empfang ist der T1000 nicht geeignet.

Röhrenbestückung

Das Gerät ist in Halbleitertechnik ausgeführt, 19 Transistoren, 7 Dioden.

Entwicklung

Mitte der sechziger Jahre wurde hier unter Mitarbeit des berühmten Designers Dieter Rams ein Design und Empfängerkonzept eingeführt, mit den charakteristischen Elementen der grossen Skala und dem Trommeltuner, welche sich in den Weltempfängern von Grundig und Nordmende noch Jahre später wiederfinden.
Hervorragend ist die mechanische Verarbeitung und die Stabilität des Geräts. Der Trommeltuner mit den Goldkontakten arbeitet auch nach Jahrzehnten noch zuverlässig und die Abstimmung ist spielfrei.

Einsatz

Über weiterführende Informationen zum Einsatzgebiet des Braun T1000 in der Schweizer Armee wäre ich dankbar.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/e-623.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/14 21:25 von mb