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Einsatzbereiche

Wie in anderen Streitkräften auch, wurden auch für den militärischen Einsatz in der Schweiz für unterschiedliche Einsatzbereiche ganz unterschiedliche Kommunikationsformen bevorzugt und unterschiedliches Material beschafft.

Generell wurde bis zum Wechsel auf elektronische Kommunikation zum Beginn des 21. Jhdt. meist auf Papier gearbeitet. Schriftliche Befehle in Papierform wurden per (Feld-)Post oder bei klassifiziertem Inhalt teils auch per Kurier dem Empfänger übermittelt.

Schon früh wurde Telephonie genutzt, sei es für den taktischen Einsatz mittels Feldtelephonleitungen über wenige Kilometer, sei es für den routinemässigen Kontakt zwischen verschiedenen Dienststellen. Auf seiner Website http://www.armyphone.ch informiert Anton Gämperle über das unterschiedlichste Telephonmaterial.

Telephonische Mitteilungen sind vergänglich und insofern unzuverlässig, dass der Absender nie hunderprozentig davon ausgehen kann, dass eine Information oder ein Befehl vollständig und unverändert den Empfänger erreicht - ab der Bürordonnanz an der Gegenstelle, die den Auftrag „rasch auf einen Zettel schreibt“, gibt es zahllose Fehlerquellen.

Meldungen werden protokolliert Zur Übermittlung von Befehlen und Depeschen wurde schon früh auf die Telegraphie gesetzt, dank der der Text in der Regel vollständig übermittelt wird und so den Empfänger erreichen sollte. In der Regel wurde über zivile Leitungen (der damaligen PTT, Post Telegraph Telephon) und auch über militärische Leitungen resp. in militärischem Auftrag geschaltete spezielle zivile Leitungen gearbeitet.

Da der Leitungsbau aufwendig ist und sämtliche Leitungen auf Umweltschädigungen (Schneelast, Sturm) und vor allem Feindeinwirkungen (von einem militärischen Gegner bis zu einem Lausbub, der mal ein vor dem Schulhaus gezogenes Kabel durchzwackt) empfindlich sind, wurden als Ersatzsysteme Wege der drahtlosen Kommunikation eingesetzt.

Die Funkkommunikation kam in der Regel in drei Rollen zum Einsatz:

  • Ersatz für ausgefallene oder gestörte Drahtkommunikation („Kommandofunk“, Richtstrahl)
  • Möglichkeit, grössere Empfängergruppen gezielt zu erreichen („Rundspruch“)
  • Notwendigkeit, auf Leitungen verzichten zu können („taktische Verbindungen“, mobile Einheiten zu Land und in der Luft)

Der Funk war in der Regel nur ein Ausweichverfahren, wenn sichere papier- oder drahtgebundene Kommunikation nicht möglich war. Bei allen Funkverfahren besteht aus Gründen der physikalischen Gegebenheiten die Möglichkeit, dass die Kommunikation von gegenerischen Elementen abgefangen und mitgehört oder gestört wird. Aus dem Grund der ungenügenden Sicherheit wurde Funkkommunikation in der Regel verschlüsselt oder zumindest verschleiert (man bediente sich Codenamen und Koordinaten und umschrieb Sachverhalte, wenn keine verschlüsselte Verbindung möglich war).

Ab den Achzigerjahren bekam die elektronische Kommunikation zunehmende Bedeutung. Die neue Generation ist gewohnt, per SMS und mit Messengerdiensten zu kommunizieren - dank der Mobiltelephonietechnologie ist beständige Verfügbarkeit in allen Lebenslagen heute möglich und eine Realität.

Die militärische Kommunikation hat sich in den Achzigerjahren grundlegend gewandelt, indem das „SE 079“ die Feldtelephonlinien und Verbindungen zur Wachpatrouille mit dem SE-125 ersetzte. „Die Führung des Batallions im Gefecht mittels Mobiltelephon“ wäre eine Idee für einen neuen Artikel und spiegelt die Realität der militärischen Kommunikation in den Neunzigerjahren wieder. Seitens der militärischen Stellen wurde die Notwendigkeit zur Umsetzung von Kommunikation „so einfach wie email oder Natel“ erkannt und die modernen militärischen Kommunikationssysteme unterscheiden sich für den Anwender kaum von denen im zivilen Alltag.

Truppengattungen

In der Frühzeit der militärischen (Funk-)Kommunikation ist diese dem Waffenchef des Genie unterstellt. Nach den ersten Versuchen mit drahtloser Kommunikation werden 1914 die ersten Funken-Pioniere ausgebildet und dem Funkenzug der Telegraphenpionierkompanie 7 unterstellt. 1917 wird die erste Funken-Pionierkompanie aufgestellt, das Korpsmaterial mit den vier schweren Feldstationen wird ab 1919 mit der Röhrenstation ARS68 erweitert. Aus der Funken-Pionierkompanie entsteht 1915 die Funker-Abteilung, die ausgebaut wird.

1938 erwirkt der Waffenchef der Fliegertruppen die Abtrennung seiner Funkmittel von der Abteilung für Genie; seither verantworten die Flieger/Flab-Truppen die Entwicklung und Beschaffung der Übermittlungsausrüstung unabhängig, was sich darin niederschlägt, dass bei FFT oft anderes Gerät zum Einsatz kommt.

Im Mai 1940 wird das Funkerdetachement I mit dem Abhorch- und Peildienst in die Funkerkompanie 7 umgewandelt. Im Spätherbst 1944 wird die Funkerabteilung aus der Abteilung für Genie ausgegliedert und aus der Unterabteilung Verkehrstruppen des Genie entstehen die Übermittlungstruppen. Auf Beschluss der Bundesversammlung werden die Übermittlungstruppen aus dem Genie ausgelöst und per 1.1.1951 entsteht die Truppengattung Übermittlungstruppen mit den silbergrauen Kragenspiegeln.

Die Festungs-Funkerkompanien werden 1952 in die Übermittlungskompanien der Festungstruppen übergeführt.

Fahrzeuge

Schon die frühesten funkentelegraphischen Anlagen waren zum mobilen Betrieb auf Fahrzeuge montiert, entsprechend den Gepflegenheiten der deutschen Reichswehr montierte Telefunken die Funkanlagen gern auf sogenannten Protzwagen, einachsigen Anhängern zum Pferde- oder Motorzug. Die letzte fahrbare Station, die nach diesem Aufbau ausgeschrieben und realisiert wurde, war die Fahrbar Leichte Funkstation 40 (FL) von Zellweger, Uster, die 1940 eingeführt wurde. Das Material der Station wurde schon bald versuchsweise in Leichtlastwagen resp. Lieferwagen eingebaut, nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren selbstfahrende Stationen die Regel.

Verschiedene Fahrzeugen wurden zu Funkwagen hergerichtet, die verschiedenen Truppengattungen hatten hier auch ihre eigenen Bedürfnisse.

BezeichnungTruppengattung Einführung
Funk Kdo MowagInfanterie, Artillerie 1959

Spezielle Aufgabenfelder

  • Botschaftsfunk: Zur Kommunikation mit den Schweizer Vertretungen im Ausland wurde seit den Jahren des zweiten Weltkriegs bis Ende 2014 ein unabhängiges Kurzwellenfunksystem eingesetzt, das für das Aussendepartement von militärischen Logistikeinheiten unterhalten und betrieben wurde.
  • Koreafunk: Ab 1953 bestand eine von den Schweizer Übermittlungstruppen betriebenen Funkverbindung zum Kontingent der Schweizer Waffenstillstand - Beobachtungskommission in Panmunjom an der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea, ab ca. 1968 übernahm die Organisation des Botschaftsfunks diese Verbindung bis zur Einstellung 1983.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

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