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Enigma K

Enigma K; hergestellt von Chiffriermaschinen - Gesellschaft Heimsoeth & Rinke, Berlin - Wilmersdorf.

Nachdem drahtgebundene und Funkmittel zur Nachrichtenübertragung bei der Armee Einzug gehalten hatten, zeigte sich immer mehr die Möglichkeit, solche geheimen Nachrichteninhalte abzufangen resp. die Notwendigkeit, solche zu verschlüsseln. Zum einen wurde Codebücher eingesetzt, diese aber vornehmlich im technischen Verkehr zur Erleichterung der Übermittlung technischer Informationen - zum andern wurden Meldungen in den Stäben mit der Reglette oder Chiffriertabellen verschlüsselt. Zum Einsatz auf der grossen Kurzwellenstation G1,5K wurden 1938 die ersten ENIGMA - Chiffriermaschinen aus Deutschland beschafft. Nachdem es den Engländern gelungen war, den ENIGMA - Code zu knacken, waren also nicht nur die Funksprüche der deutschen Wehrmacht, sondern auch der Schweizer Armee nicht mehr sicher. Enigma K

Technische Daten

Stromversorgung

Dimensionen

  • mm, kg

Zubehör

  • zweites Lampenfeld

Bedienung

Von der deutschen Chiffriermaschine vom Typ ENIGMA K (dem kommerziell vertriebenen Modell) wurden 1938 die ersten 14 Maschinen zum Einsatz auf den schweren Funkstationen G1,5K erworben, von Februar 1939 bis Juli 1940 wurden insgesamt 265 Maschinen beschafft.

Bei der ENIGMA handelt es sich um eine Chiffriermaschine nach dem Rotorprinzip mit Glühlampenanzeige: der Schlüssel wird mit Stellrädern von vier Walzen in der Grundstellung eingestellt.

Die ENIGMA K ist mit einer Umkehrwalze, welche nicht mitbewegt wird, sondern lediglich in der Grundstellung eingestellt wird, und drei Permutierwalzen ausgerüstet. Die Permutierwalzen, bezeichnet von I bis III können in unterschiedlicher Anordnung in der Maschine montiert werden, diese Reihenfolge ist ebenfalls im Schlüssel festgelegt.

Beim Druck auf eine Taste mit einem der 26 Buchstaben wird je nach Einstellung des Schlüssels auf dem Lampenfeld einer der 26 Buchstaben aufleuchten, auf jeden Tastendruck wird die rechte Permutierwalze um eine Stellung weitergeschaltet, mit einer Kerbe wird nach einer vollständigen Umdrehung der rechten die mittlere Walze um einen Schritt weiterbewegt, ähnlich wie bei einem Kilometerzähler nach einer vollständigen Umdrehung der mittleren dann die linke Permutierwalze um einen Schritt.

Der zu chiffrierende Text wird mittels der Schreibmaschinentastatur eingegeben und der Chiffretext vom Lampenfeld abgeschrieben und auf ein Telegrammformular übertragen, welches dem Funker zur Übermittlung übergeben wird.

Durch die mechanische Chiffrierung wird jeweils ein Buchstabe durch einen andern ersetzt, beim gleichen Druck auf dieselbe Taste wird derselbe Klartextbuchstabe durch verschiedene Buchstaben im Chiffrat ersetzt - der Code ist ungleich schwieriger zu knacken, als der einfache Buchstabenersetzungscode von Detektivspielen in der Schulzeit, bei dem immer ein Buchstabe durch denselben andern Buchstaben ersetzt wurde.

Ein externes zweites Lampenfeld ermöglichte ein „fast Echtzeitverfahren“, indem die Chiffreur den Klartext eintastete und der Funker den aufleuchtenden Buchstaben auf seinem Lampenfeld gleich direkt mit der Morsetaste auf den Sender gab.

Technisches Prinzip

Röhrenbestückung

Entwicklung

Im Jahre 1918 wurde vom deutschen Ingenieur Arthur Scherbius die Idee für eine Rotor-Chiffriermaschine zum Patent angemeldet, 1923 wurde die Enigma A bereits in Bern auf einer Messe kommerziellen Interessenten angeboten. Nachdem Scherbius 1929 tödlich verunglückt war, wurde seine Firma 1934 von Heimsoeth & Rinke aufgekauft. In der deutschen Wehrmacht kamen die Enigma-Maschinen zu Tausenden zum Einsatz.

In der Schweiz wurde zum Einsatz auf den Grossfunkstationen im Jahre 1938 die Enigma K als kommerziell erhältliche Chiffriermaschine erworben und die geheime Walzenverdrahtung in Hinsicht auf die Verwendung in der Schweiz geändert.

Einsatz

Ein Grossteil der ENIGMA-Maschinen des Heers gelangte 1958 in die Kriegsreserve und wurde 1975 aufgelöst, ein Teil der Maschinen wurde in einem Notfunknetz der Flieger- / Flab-Truppen bis 1989 zur Verwendung bereit gehalten, davon gelangten 25 Maschinen zum öffentlichen Verkauf.

Weitere Maschinen waren im sog. „Koreafunk“, der Funkverbindung zum Schweizer Kontingent der Waffenstillstandsbeobachter an der inner-koreanischen Grenze, im Einsatz.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/enigma_k.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/12 22:20 von mb