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de:fl25_1925

Fahrbar Leichte Funkstation 25 (1925)

Fahrbar Leichte Funkstation 25; ausgerüstet mit dem modernisierten Material von Telefunken GmbH, Berlin.

Mit Abschluss der Vereinheitlichung und Modernisierung der „Fahrbar Leichten Funkstation“ standen 1926 insgesamt sechzehn Stationen mit vereinheitlichtem Material zur Verfügung, welche die neue Bezeichnung „Fahrbar Leicht 25“ (F.L.25) erhielten.
Nicht ganz klar ist, in welcher ursprünglichen Konfiguration die Stationen beschafft wurden resp. ob alle Stationen mit altem Material beschafft und dann modernisiert wurden, oder ob lediglich sechs Löschfunkenstation beschafft und die modernen Stationen gleich in der Konfiguration der F.L.25 geordert wurden.

Varianten der Fahrbar Leichten Funkstation

Technische Daten

Stromversorgung

  • Generatorbetrieb: Benzingenerator Siemens MG1949, 500 Hz und Gleichstrom-Erregermaschine.
  • Akku / Batteriebetrieb: für den Betrieb von Empfänger, NF-Verstärker und Wellenmesser kamen 6 V Akkumulatoren und Anodenbatterien zum Einsatz.

Dimensionen

  • Empfänger- und Senderkasten jeweils 450 x 630 x 310 mm, ca. 40 kg
  • Apparatewagen (mit den „funkentechnischen Apparaten“) 660 kg, Hinterwagen (mit dem Generator und Antennenmaterial) 1070 kg

Zubehör

  • Als Standardantenne kam eine sechsdrähtige Schirmantenne auf einem 15 / 17 m hohen Kurbelmast mit einem Gegengewicht zum Einsatz.
  • alternativ wurde eine 60 m lange T-Antenne zwischen zwei 12 m hohen Steckmasten aufgebaut, in Bodennähe wurden ebenfalls 60 m lange Drähte als Gegengewicht aufgespannt.

Stationsmaterial

Der von der Deutschen Gesellschaft für drahtlose Telegraphie, Berlin, entwickelte Röhrensender ARS68b hatte den alten Löschfunkensender der „Fahrbar Leichten Funkstation“ abgelöst. Aufgrund der identischen Abmessungen des Senderkastens konnten die Sender von den eidgenössischen Konstruktionswerkstätten (K+W Thun) einfach ausgetauscht werde.
Die Station bestand weiterhin aus zwei Protzfahrzeugen, einachsigen Anhängern für Pferde- oder Motorzug, eine Protze trug die Apparate, die zweite („Hinterwagen“) das Antennenmaterial mit einem Teleskopmast.

Die erneuerte „Fahrbar Leichte Station 25“ wurde nun mit dem Röhrensender ARS68b bestückt, der im Bereich 187 - 800 kHz abgestimmt werden konnte und eine Ausgangsleistung von 75 Watt erbrachte. Als Empfänger wurde in der F.L.25 der Empfänger E25 (Telefunken Spez 7 Bs) eingesetzt, der den Bereich von 125 kHz - 2000 kHz abdeckt und mit zwei Trioden RE11 (Später RE062t) bestückt ist.

F.L.25: Sender ARS87Der Röhren - Zwischenkreissender ARS68b ist mit zwei Röhren bestückt.
Die vom Wechselstromaggregat Siemens MG 1949 herkommende Wechselspannung mit 500 Hz, die Tastung der Station erfolgt hier im Primärkreis, wird zur Anodenspannung von 1500 V hochtransformiert. Durch Doppelweggleichrichtung in der Röhre RG63 entsteht eine pulsierende Wechselspannung als Anodenspannung der zweiten Röhre, der Sendetriode RS19. Allfällige Hochfrequenzanteile werden in einer Drosselspule ausgefiltert.
Durch die pulsierende Hochspannung liegt an der Anode der Sendetriode eine ebenfells pulsierende Hochspannung an, was das „Tönende Telegraphiesignal“ generiert (A2). Zum Betrieb mit unmodulierter Hochfrequenz (A1, Continuous Wave) wurden die Pulsationen durch eine Siebkette aus Kondensator und Drosselspule ausgefiltert und die Aodenspannung so geglättet. Die Siebkette war wohl aus Platzgründen in einem separaten Kasten untergebracht und wurde in die Anodenspannungszuleitung eingeschlauft, beim A2-Betrieb wird mit einem Kurzschlussstecker überbrückt.
F.L.25: SiebketteDie Frequenz des selbstschwingenden Oszillators wird durch die Zwischenkreisspule und den Zwischenkreis - Drehkondensator bestimmt.
Die Sendeenergie wird aus dem Zwischenkreis ausgekoppelt und über ein Antennenvariomter dem „Luftdraht“, der Antenne zugeführt. Mit dem „Luftdraht - Ampèremeter“ im Antennenkreis wird auf maximalen Antennenstrom abgestimmt.

Telephoniebetrieb war mit dem Sender ARS68b nur mit dem mit einer Triode RV222 bestückten Modulatorzusatz möglich, der beim Sendebetrieb mit Glättung der Anodenspannung durch die externe Siebkette in die Gitterzuführung der Sendetriode eingeschlauft wurde. Dieser wurde in der Schweizer Armee nicht eingeführt und die Gitterzuleitung mit einem Kurzschlussstecker zum Telegraphiebetrieb überbrückt.

F.L.25: Empfänger E25Der „Empfänger E25“ resp. Telefunken Spez 7 Bs ist ein Zweikreis- Reflexempfänger.

Im Empfängerkasten ist auch der Niederfrequenzverstärker Spez 60Bs untergebracht, zwei Trioden RE11 (später ersetzt durch RE062t) erbringen zum Kopfhörerbetrieb ausreichende Leistung.

Mit dem ebenfalls im Empfängerkasten untergebrachten Wellenmesser KW61e konnte die Kontrolle von Sendefrequenz (eine Glühlampe zeigte Resonanz mit dem Sender-Oszillator an) und Empfangsfrequenz (ein Oszillatorsignal des Wellenmessers wurde dem Empfänger zugeführt) erfolgen. Das von Sender ausgekoppelte Antennensignal (und die Sende- / Empfangsumschaltung) erreichte den Empfängerkasten durch ein Multipol-Flachbandkabel.

Der Zwischenkreissender ARS 68b wurde an die Schweizer Bedürfnisse angepasst, wichtigstes Erkennungsmerkmal sind die Buchsen für die Siebkette zum A1 - Betrieb, die bei den Schweizer Stationen in der linken oberen Geräteecke liegen - in der Version der deutschen Reichswehr prangte dort das Telefunken - Logo und die Siebkettenanschlüsse befanden sich unterhalb des Klappdeckels zum Röhrenfach.
Um die Autonomie zu erhöhen, wurden die beiden Röhren als G2H34 und SH32 von der Firma Signum im zürcherischen Wallisellen nachgebaut.

Als Antennenmaterial war eine sechsdrähtige Schirmantenne vom 15 m Teleskopmast (mit sechs „hoch“ abgehenden Gegengewichtsdrähten) auf dem Hinterwagen oder eine zwischen zwei 12 m hohen Steckmasten ausgespannte 60 m T- oder neu auch L- Zweidrahtantenne mit über dem Boden ausgespannten Gegengewichtsdrähten vorgesehen.

Die Stromversorgung erfolgte mit dem Benzinaggregat Siemens MG 1949. Der Benzinmotor treibt einen Wechselstromgenerator zur Erzeugung der Primärkreisspannung von 300 V, 500 Hz, an. Ein gleichzeitig betriebener Gleichstromgenerator steuert die Erregerwicklung der Wechselstrommaschine, mit einem Regelwiderstand („Tonschieber“) kann der Erregerstrom und damit die Generatorspannung eingestellt werden.

Mit der Umrüstung der „Fahrbar Leichten Funkstation“ auf den Röhren - Zwischenkreissender ARS 87 und den „Empfänger 25“ (Telefunken Spez 7Bs) erhielt die Station sdie Bezeichnung „Fahrbar Leichte Funkstation 25“. Fahrbar Leichte Funkstation 19 im Einsatz
(Abbildung aus einer Publikation von R. Ritter)

Technisches Prinzip

Röhrenbestückung

Entwicklung

Nach der Erneuerung des Stationsmaterials standen zuletzt im Jahre 1926 siebzehn Stationen mit zeitgemässer Apparateausstattung bereit.

Einsatz

Nach der Erneuerung mit neuem Stationsmaterial um 1925/32 blieben die F.L.Stationen noch jahrelang im Einsatz und dienten noch bis zum Zweiten Weltkrieg zur Ausbildung in den Rekrutenschulen.
Bei den Fliegertruppen, hier trug die Station die Bezeichnung U.P.I. 1, blieb die Station auch noch nach Verlegung des Flugfunks in den Kurzwellenbereich im Korpsmaterial.

Die Fahrbar Leichte Funkstation 25 wurde endlich 1941 durch die FL 40 aus dem Hause Zellweger, Uster, abgelöst und nach Ende des Aktivdienstes 1945 liquidiert.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/fl25_1925.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/26 20:29 von mb