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de:fl25_1932

Fahrbar Leichte Funkstation 25 (1931)

Fahrbar Leichte Funkstation 25; nach der letzten Nachrüstung mit dem Röhrensender ARS87 und dem Empfänger E31 von Telefunken GmbH, Berlin.

Der letzte Schritt der Modernisierung der Funkstation „Fahrbar Leicht 25“ (F.L.25) war der Ersatz des Empfängers durch den damals hochmodernen "Empfänger 31", den von Telefunken Zürich gebauten Spez 470 Bs.

Varianten der Fahrbar Leichten Funkstation

Fahrbar Leichte Funkstation, Konfiguration 1932
letzte Konfiguration (1932): Empfänger Spez 470Bs, Sender ARS87 (Abbildung aus Publikation von R. Ritter)

Technische Daten

Stromversorgung

  • Generatorbetrieb: Benzingenerator Siemens MG1949, 500 Hz und Gleichstrom-Erregermaschine.
  • Akku / Batteriebetrieb: für den Betrieb von Empfänger, NF-Verstärker und Wellenmesser kamen 6 V Akkumulatoren und Anodenbatterien zum Einsatz.

Dimensionen

  • Empfänger- und Senderkasten jeweils 450 x 630 x 310 mm, ca. 40 kg
  • Apparatewagen (mit den „funkentechnischen Apparaten“) 660 kg, Hinterwagen (mit dem Generator und Antennenmaterial) 1070 kg

Zubehör

  • Als Standardantenne kam eine sechsdrähtige Schirmantenne auf einem 15 / 17 m hohen Kurbelmast mit einem Gegengewicht zum Einsatz.
  • alternativ wurde eine 60 m lange T-Antenne zwischen zwei 12 m hohen Steckmasten aufgebaut, in Bodennähe wurden ebenfalls 60 m lange Drähte als Gegengewicht aufgespannt.

F.L.25: Empfänger E31F.L.: Sender ARS87

Stationsmaterial

Der von der Deutschen Gesellschaft für drahtlose Telegraphie, Berlin, entwickelte Röhrensender ARS 68b hatte ab 1924/25 den alten Löschfunkensender der „Fahrbar Leichten Funkstation“ abgelöst. Aufgrund der identischen Abmessungen des Senderkastens konnten die Sender von den eidgenössischen Konstruktionswerkstätten (K+W Thun) einfach ausgetauscht werde.
Im letzten Modernisierungsschritt der Station wurde der „Empfänger 31“ als Ersatz für die früheren Zweikreiser ausgetauscht, was durch Verwendung des Standard - Empfängerkastens relativ unkompliziert war.
Die Station bestand weiterhin aus zwei Protzfahrzeugen, einachsigen Anhängern für Pferde- oder Motorzug, eine Protze trug die Apparate, die zweite („Hinterwagen“) das Antennenmaterial mit einem Teleskopmast.

Die erneuerte „Fahrbar Leichte Station 25“ war ab 1924/25 mit dem Röhrensender ARS87b bestückt, der im Bereich 187 - 800 kHz abgestimmt werden konnte und eine Ausgangsleistung von 75 Watt erbrachte.
Als Empfänger wurde in der F.L.25 nun der Empfänger E31 (Telefunken Spez 470 Bs) eingesetzt, der den Bereich von 100 kHz - 1100 kHz abdeckt und mit sechs Trioden RE 074neutro bestückt ist.

F.L.25: Sender ARS87Der Röhren - Zwischenkreissender ARS87b ist mit zwei Röhren bestückt.
Die vom Wechselstromaggregat Siemens MG 1949 herkommende Wechselspannung mit 500 Hz, die Tastung der Station erfolgt hier im Primärkreis, wird zur Anodenspannung von 1500 V hochtransformiert. Durch Doppelweggleichrichtung in der Röhre RG63 entsteht eine pulsierende Wechselspannung als Anodenspannung der zweiten Röhre, der Sendetriode RS19. Allfällige Hochfrequenzanteile werden in einer Drosselspule ausgefiltert.
Durch die pulsierende Hochspannung liegt an der Anode der Sendetriode eine ebenfells pulsierende Hochspannung an, was das „Tönende Telegraphiesignal“ generiert (A2). Zum Betrieb mit unmodulierter Hopchfrequenz (A1, Continuous Wave) wurden die Pulsationen durch eine Siebkette aus Kondensator und Drosselspule ausgefiltert und die Aodenspannung so geglättet. Die Siebkette war wohl aus Platzgründen in einem separaten Kasten untergebracht und wurde in die Anodenspannungszuleitung eingeschlauft, beim A2-Betrieb wird mit einem Kurzschlussstecker überbrückt.
Die Frequenz des selbstschwingenden Oszillators wird durch die Zwischenkreisspule und den Zwischenkreis - Drehkondensator bestimmt.
Die Sendeenergie wird aus dem Zwischenkreis ausgekoppelt und über ein Antennenvariomter dem „Luftdraht“, der Antenne zugeführt. Mit dem „Luftdraht - Ampèremeter“ im Antennenkreis wird auf maximalen Antennenstrom abgestimmt.

Telephoniebetrieb war mit dem Sender ARS68b nur mit dem mit einer Triode RV222 bestückten Modulatorzusatz möglich, der beim Sendebetrieb mit Glättung der Anodenspannung durch die externe Siebkette in die Gitterzuführung der Sendetriode eingeschlauft wurde. Dieser wurde in der Schweizer Armee nicht eingeführt und die Gitterzuleitung mit einem Kurzschlussstecker zum Telegraphiebetrieb überbrückt.

F.L.25: Empfänger E31Der "Empfänger E31" resp. Telefunken Spez 470Bs ist ein Dreikreis- Geradeausempfänger mit rückgekoppeltem Audion. Im Gegensatz zu den früheren Zweikreisern sind die drei elektronisch nun aufwendig gegeneinander abgeschirmten Hochfrequenzkreise elektronisch im Gleichlauf, so dass eine Einknopfabstimmung möglich war, zur Frequenzbestimmung waren weiterhin Eichtabellen notwendig. Durch Integration der Niederfrequenzverstärkerstufen in den Empfänger war Kopfhörerbetrieb ohne Zusatzverstärker möglich.

F.L.25: Wellenmesser Spez 125BsIm Empfängerkasten ist weiterhin der Wellenmesser Spez 125Bs untergebracht, damit konnte die Kontrolle von Sendefrequenz (eine Glühlampe zeigte Resonanz mit dem Sender-Oszillator an) und Empfangsfrequenz (ein Oszillatorsignal des Wellenmessers wurde dem Empfänger zugeführt) erfolgen. Das von Sender ausgekoppelte Antennensignal (und die Sende- / Empfangsumschaltung) erreichte den Empfängerkasten durch ein Multipol-Flachbandkabel.

Neu bestand die Möglichkeit, den Empfänger nicht nur über die Ordonnanzantenne sondern auch über eine abgesetzt zu betreibende Rahmenantenne Spez 706 Bs mit dem Antennensignal zu versorgen.

Der Zwischenkreissender ARS87b wurde an die Schweizer Bedürfnisse angepasst, wichtigstes Erkennungsmerkmal sind die Buchsen für die Siebkette zum A1 - Betrieb, die bei den Schweizer Stationen in der linken oberen Geräteecke liegen - in der Version der deutschen Reichswehr prangte dort das Telefunken - Logo und die Siebkettenanschlüsse befanden sich unterhalb des Klappdeckels zum Röhrenfach. Um die Autonomie zu erhöhen, wurden die beiden Röhren als G2H34 und SH 32 von der Firma Signum im zürcherischen Wallisellen nachgebaut.

Als Antennenmaterial war eine sechsdrähtige Schirmantenne vom 15 m Teleskopmast (mit sechs „hoch“ abgehenden Gegengewichtsdrähten) auf dem Hinterwagen oder eine zwischen zwei 12 m hohen Steckmasten ausgespannte Antenne mit über dem Boden ausgespannten Gegengewichtsdrähten vorgesehen. Entsprechend dem überarbeiteten Funkerreglement wurde nun der L-Antennenform mit einseitiger Einspeisung gegenüber der T-Antene der Vorzug gegeben.

Die Stromversorgung erfolgte unverändert mit dem altgedienten Benzinaggregat Siemens MG 1949. Der Benzinmotor treibt einen Wechselstromgenerator zur Erzeugung der Primärkreisspannung von 300 V, 500 Hz, an. Ein gleichzeitig betriebener Gleichstromgenerator steuert die Erregerwicklung der Wechselstrommaschine, mit einem Regelwiderstand („Tonschieber“) kann der Erregerstrom und damit die Generatorspannung eingestellt werden. Der Empfänger 31 wurde mit Heizakkumulatoren und Anodenbatterien betrieben.

Fahrbar Leichte Funkstation 19 im Einsatz
(Abbildung aus einer Publikation von R. Ritter)

Technisches Prinzip

Röhrenbestückung

Entwicklung

Einsatz

Nach der Erneuerung mit neuem Stationsmaterial um 1925/32 blieben die F.L.Stationen weiterhin im Einsatz und dienten noch bis zum Zweiten Weltkrieg zur Ausbildung in den Rekrutenschulen.
Bei den Fliegertruppen, hier trug die Station die Bezeichnung U.P.I. 1, blieb die Station auch noch nach Verlegung des Flugfunks in den Kurzwellenbereich im Korpsmaterial.

Die Fahrbar Leichte Funkstation 25 wurde endlich 1941 durch die FL 40 aus dem Hause Zellweger, Uster, abgelöst und nach Ende des Aktivdienstes 1945 liquidiert.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/fl25_1932.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/26 21:17 von mb