Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


de:flugfunk-bodenstationen

Flugfunk - Bodenstationen

Funkkommunikation mit Flugzeugen wurde zur verschiedenen Zwecken eingesetzt: zur Kommunikation mit dem Flugplatz bzgl. Lande- und auch Wetterinformationen, zu Übermittlung von Aufklärungsresultaten, bei Kampfeinsätzen zur Leitung von Flugzeugen in einem Operationsgebiet oder auch zur Kommunikation zwischen einzelnen Flugzeugen einer Patrouille.

Zunächst wurden Funkübertragungen nur eingesetzt, um Meldungen von einem Flugzeug (z.Bsp. Resultate einer Beobachtermission oder Informationen zur Lenkung des eigenen Artilleriefeuers möglichst „in Richtung Ziel“) zum Boden zum Flugplatz oder zur Truppe zu übermitteln. Dazu kamen ab 1920 bereits Löschfunkensender zum Einsatz, ein Empfangsbetrieb in der Luft war mit erschütterungsempfindlichen Detektoren und leisen Signalen im Kopfhörer nicht vorstellbar.
Mussten Informationen an den Piloten übermittelt werden, wurde teils zum am Boden ausgelegten Fliegertüchern gegriffen, um dem Piloten beispielsweise zu bedeuten, einen Einsatz abzubrechen.

Ab 1930 hielten Funkgeräte an Bord von Flugzeugen Einzug, in der Anfangszeit war Funkbetrieb nur von Zweisitzerflugzeugen aus möglich, neben dem Pilot musste ein Funker mitfliegen, der oftmals zugleich auch als Beobachter und Bordschütze agieren musste. In der Anfangszeit wurde der Flugfunkverkehr im Kurzwellenband abgewickelt, die direkte Kommunikation mit der Truppe war möglich, sofern entsprechende Empfänger vorhanden waren.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde wegen zunehmender Überfüllung der Bänder und ungenügender Betriebssicherheit der militärischen wie auch der zivilen Luftfahrt dem Flugfunk ein eigener Frequenzbereich oberhalb des bis dahin quasi ungenutzen UKW-Bands im VHF-Bereich 100 - 156 MHz zugeteilt.
Hierfür mussten auch neue Bodenstationen beschafft werden, da die bisher eingesetzten Kurzwellenanlagen die neuen Frequenzbereiche nicht abdecken konnten. Teils überholte die Technik in neu beschafften Flugzeugen diejenige am Boden auf den Flugfeldern, dass aus Flugfunkgeräten in einem Rack mit einer Netzspeisung Bodenstationen improvisiert wurden.

Mitte der sechziger Jahre wurde der militärische Flugfunkverkehr ins UHF-Band in den Bereich 220 - 400 MHz verschoben, wofür neben den oft mit den Flugzeugen erworbenen Bordfunkstationen auch wieder neues Material für die Bodenstationen abgeschafft werden musste.

In der Frühzeit wurden Flugoperationen von Einsatzleitstellen per Kurzwelle geleitet, hierzu kam ein leistungsfähiger Kurzwellensender auch für Alarmmeldungen zum Einsatz: Sender Emil.
Nach der Umstellung der Boden - Luft - Kommunikation in den VHF-Bereich stellte sich heraus, dass auch die Kommunikation der Flugplätze untereinander und der Austausch mit der Fliegerabwehr neu organisiert werden musste - die VHF-Sender hatten nur quasi-optische Ausbreitung, es mussten teils fernbetriebene Bergfunkstationen eingerichtet werden, welche untereinander per Funk oder Richtstrahl kommunizieren konnten und über welche als Relais Meldungen weiterverbreitet werden konnten.

Anfangs erhielten die Bodenfunkstationen alphabetische Bezeichnungen, wie beispielsweise die C-Station oder H-Station, später wurden nach der neuen Nomenklatur Bezeichnungen nach dem Muster SE-0xx vergeben. Ein Suffix definiert die Form der Station, wenn eine nummerngleiche Flugzeug-Bordstation existiert, /m steht für mobilen Einsatz, /f für ortsfesten Einsatz beispielsweise in einer Bergfunkstation und /t für tragbaren Einsatz als Feld - Bodenstation.

Weitere Informationen

de/flugfunk-bodenstationen.txt · Zuletzt geändert: 2017/12/31 20:11 von mb