Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


de:se-013

SE-013

Radio Set SCR-522 (BC-624 / BC-625); hergestellt von Bendix Radio, Baltimore.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde von der Schweizer Luftwaffe eine Anzahl von 130 Flugzeugen P-51 „Mustang“ aus Surplus - Beständen der U.S. Air Force erworben, diese aus dem besetzten Deutschland in die Schweiz überführten Flugzeuge waren bereits mit dem VHF - Funkgerät SCR-522 ausgerüstet.

Aufgrund der hohen Frequenzstabilität der quarzgesteuerten Geräte und der guten Sprachqualität wurde das amplitudenmodulierte VHF-Funkgerät weiterverwendet und erhielt die Bezeichnung SE-013.
Später wurde Betrieb in Amplitudenmodulation im VHF-Bereich für den gesamten Flugfunk Standard. SE-013 / SCR-522

Technische Daten

Stromversorgung

  • Umformerbetrieb: Stromversorgung vom 28 V DC Flugzeug - Bordnetz über Umformer

Dimensionen

  • mm, kg

Zubehör

  • Als Standardantenne
  • Frequenzumschaltung von vier quarzkontrollierten Festfrequenzen über Bediengerät

Bedienung

Die Funkstation besteht aus den Komponenten Sender BC-625-A und Empfänger BC-624-A in einem Gehäuse CS-80-A mit dem Rack FT-244-A mit der entsprechenden internen Verkabelung, zur Speisung mit der Flugzeug - Bordspannung von 28V DC kommt ein Dynamotor PE-94-A zum Einsatz.

SE-013 Im Sender arbeitet im Oszillator eine 6G6G, im Oszillator wird ein Quarz der auf einer Frequenz, die dem achzehnten Teil der Betriebsfrequenz entspricht, schwingt, eingesetzt. Im „First Harmonic Amplifier“, der ersten Frequenzvervielfacherstufe eine 12A6, im „Second Harmonic Amplifier“, der zweiten Frequenzvervielfacherstufe und als Sendeendröhre jeweils eine Röhre 832.
Im NF-Verstärker für das vom Mikrophon her kommende Sprachsignal arbeitet eine 6SS7, in der Modulatorstufe zwei 12A6, eine weitere 6SS7 wird als „R-F indicator diode“ als Gleichrichter für die HF-Pegelanzeige eingesetzt.

Im Empfänger schwingt der Oszillator (12AH7GT, Doppeltriode) auf der Frequenz einer der vier schaltbaren Empfängerquarze, deren Frequenz setzt sich zusammen aus der (Betriebsfrequenz - 12) / Multiplikator der Frequenzvervielfacherstufe, dieser Multiplikator liegt je nach Frequenzbereich zwischen 12 und 18 und muss dem Handbuch TM 11-509 entnommen werden. Vom Oszillatorsignal wird im Oberwellengenerator (9002) ein Vielfaches generiert, die entsprechende Oberwelle ausgefiltert und im Oberwellenverstärker (9003) verstärkt im dem Mixer zugeführt.

Das Antennensignal durchläuft zunächst eine HF-Verstärkerstufe (9003) und gelangt dann auf die Mischstufe (9003), die generierte Zwischenfrequenz wird in drei ZF- Verstärkerstufen (alle 12SG7) verstärkt in der Detektorstufe (12C8) demoduliert, diese Röhre wirkt auch als NF-Vorstufe, in der NF-Endstufe (12J5GT) wird das Audiosignal nochmals verstärkt.

SE-013 Nachdem die Betriebsfrequenzen vom Bodenpersonal eingestellt worden sind, die entsprechende Quarze gesteckt und Sender und Empfänger abgeglichen, wird die im Innern des Flugzeugs eingebaute Funkstation durch den Piloten mit dem Bediengerät BC-602-A fernbedient. Am Bediengerät können die vier Kanäle gewählt werden (bei Kanalwechsel wird einer nach dem andern motorisch durchgeschaltet), eine (abblendbare) Kontrolllampe zeigt den aktiven Kanal an, der Betriebsschalter schaltet die Anlage auf Senden („T“), Empfang („R“) oder „REM“ (remote).

Technisches Prinzip

SE-013

Röhrenbestückung

Sender BC-625-A: V1 (6G6G, Oszillator); V2 (12A6, „First Harmonic Amplifier“); V3 (832, „Second Harmonic Amplifier“); V4 (832, Sendeendröhre).
V5 (6SS7, Mikrophon-Verstärker); V6, V7 (zwei 12A6, Modulatorstufe); V8 (6SS7, Gleichrichter für die HF-Pegelanzeige).

Empfänger BC-624-A: V1 (12AH7GT, Oszillator; V2 (9002, Oberwellengenerator); V3 (9003, Oberwellenverstärker); V4 (9003, HF-Verstärkerstufe); V5 (9003, Mischstufe); V6, V7, V8 (drei 12SG7, ZF- Verstärkerstufen); V9 (12C8, Detektorstufe, NF-Vorstufe); V10 (12J5GT, NF-Endstufe).

Entwicklung

Die Bendix Radio Corp. in Baltimore entwickelte aus einem Prototyp des englischen TR 5043 um 1942 die amerikanische VHF - Bordstation SCR-522, welche in verschiedenen amerikanischen (Jagd-)Flugzeugen zum Einsatz kam.

Mit dem Kauf von 130 Jagdflugzeugen P-51D „Mustang“ aus amerikanischem Surplus im Jahre 1948 kamen die eingebauten Bordfunkstationen in Schweizer Besitz. Die Evaluation ergab bezüglich Frequenzstabilität (der quarzgesteuerten Stationen) und Sprechverständlichkeit (durch Nutzung des VHF Bereichs) ein sehr positives Bild, dass entschieden wurde, die Geräte beizubehalten und unter der Bezeichnung SE-013 weiter zu nutzen.

Allerdings fehlten dafür die entsprechenden VHF-tauglichen Bodenfunkstationen, so dass aus Reservematerial und Ersatzteilen weitere funktionstüchtige Funkgerätesätze zusammengestellt und mit Netzspeisegerät in einem Stahlrohrrahmen für den Bodenstationsbetrieb (SE-013 t/f) tauglich gemacht werden konnten.

Einsatz

Die Flugzeuge P-51 „Mustang“ blieben bis 1957 als Jäger, Jagdbomber und Aufklärungsflugzeuge im Einsatz und wurden dann liquidiert.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

  • Informationen vom Fliegermuseum Dübendorf, wo die Station auch ausgestellt ist.
  • Technical Manual TM 11-509 der U.S.Army

Ich bin über weiteres Bildmaterial oder Informationen zum Einsatz jederzeit dankbar.

de/se-013.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/10 18:13 von mb