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SE-103 (RTS)

Funkgerät SE-103 (RTS); hergestellt von Telefunken AG, Zürich.

Als Nachfolgegerät des nur auf einem Sprechkanal betreibbaren SE-100 (FOX) entwickelte Telefunken Albis das Funkgerät SE-103 im Gegensatz zur Parallelentwicklung von Autophon werden hier die Kanäle nicht mit einer Quarz-Trommel eingestellt, sondern über auswechselbare Frequenzeinschübe („Sprechkanal-Einsatz“).

Neben dem im Betrieb befindlichen Kanal-Einsatz kann ein Einsatz für eine Alternativfrequenz in einem Fach am Boden des Geräts mitgeführt werden. Obwohl es zahlreiche Frequenzeinschübe gab, waren auf einem Einsatz also nur jeweils zwei Kanäle verfügbar, was eine sehr beschränkte Auswahl ist…

Technische Daten

Stromversorgung

Dimensionen

  • 328 x 148 x 95 mm, 5,1 kg

Zubehör

  • Als Standardantenne kommt eine 1,5 m - Teleskopantenne mit flexiblem Schwanenhals zum Einsatz.

Bedienung

Das Funkgerät SE-103 besteht aus einem viereckigen Metallkasten (sog. Apparatekasten), der in der Regel schräg vor der Brust getragen wurde (trug dem Funkgerät den Spitznamen „eiserner BH“ ein); eine Segeltuchtasche nimmt die Sprechgarnitur (Kopfhörer und Kehlkopfmikrophon) auf. Zum Betrieb ist eine Heizbatterie (1,5 V) sowie eine Anodenbatterie (103,5 V) notwendig.

Mit 0,2 W Ausgangsleistung wird eine Reichweite von 2 km im überbauten oder coupierten Gelände resp. bis 4 km bei freiliegendem Standort in der Höhe angegeben, die Leistung ist also etwas geringer als die eines üblichen CB-Funkgeräts.

Zum Betrieb wird die Heiz- und die Anodenbatterie ins Bodenfach eingelegt, oben unter dem Deckel mit direktem Kontakt zum Antennenfuss ist der aktive „Sprechkanaleinsatz“ eingelegt, der Buchstabe der Kanalbezeichnung ist in einem Fensterchen ablesbar. Der Reserve-Sprechkanalblock findet Platz im Bodenfach des Funkgeräts. Eingeschaltet wird das Gerät durch einen Kabelzwischenschalter an der Zuleitung zur Sprechgarnitur mit den Stellungen „normal - aus- laut“. Die Sprechtaste hängt an einem kurzen Kabel und kann auch am Gurt befestigt werden, um während des Reitens oder auf dem Fahrrad mittels Ellbogendruck aktiviert zu werden. Das Kehlkopfmikrophon und die Kopfhörer können unter dem Stahlhelm getragen werden.

Ein Rauschen im Kopfhörer signalisiert die Empfangsbetriebsbereitschaft, eine Rauschsperre ist zum Leidwesen des Funkers nicht vorgesehen.

Technisches Prinzip


Der Empfänger ist als Einfachsuper ausgeführt, nach einer HF-Verstärkerstufe (1T4) wird das Signal mit dem Signal vom Quarzoszillator gemischt (1R5) und die Zwischenfrequenz von 455 kHz in zwei ZF-Stufen (1T4, 1T4) verstärkt. Nach der Demodulation & nachdem das Signal einen Störbegrenzer passiert hat (zwei Kristalldioden) wird die NF verstärkt (1S5) und gelangt nach der Endstufenröhre (3S4) auf den Hörer.

Im Sprechkanaleinschub liegen die Quarze für den Empfangsoszillator (Quarzfrequenz = Sendefrequenz + 455 kHz), für den Sendeoszillator, die Spule für den Empfangskreis und die Antennenanpassspule, auf die jeweilige Arbeitsfrequenz abgestimmt.

Der Sender arbeitet zweistufig mit einer Oszillatorstufe (1R5), deren Frequenz durch den auf der Sendefrequenz schwingenden Quarz bestimmt ist, und einer Sendeendröhre (3S4). Die Modulationsspannung wird von einem dreistufigen Modulationsverstärker übernommen, die Röhre V5 (1T4) wird nur hierzu genutzt, die Röhren V6/V7 (1S5 / 3S4) werden mit dem Empfängerteil mitbenutzt.

Ein Relais aktiviert die Röhrenheizungen von V5, V8, V89 und des zweiten Systems der V7 nur beim Drücken der Sendetaste. So kann Heizbatteriestrom gespart werden, allerdings muss nach Drücken der Sendetaste etwa 2 Sek. mit dem Sprechen abgewartet werden, der Benutzer musste den Merksatz „Drücken - Schlucken - Sprechen“ beherzigen.

Röhrenbestückung

V1 (1T4, HF-Vorstufe); V2 (1R5, Oszillator, Mischstufe); V3 (1T4, 1. ZF-Stufe); V4 (1T4, 2. ZF-Stufe); V5 (1T4, Mikrophonverstärker); V6 (1S5, NF-Verstärker); V7 (3S4, NF-Endverstärker (Empf) resp. Modulator (Senden)) und V8 (1R5, Oszillator); V9 (3S4, HF-Ausgangsverstärker).

Entwicklung

Das Funkgerät Ap3053 resp. RTS wurde von Telefunken Zürich als Nachfolger des FOX entwickelt, mit der Nutzung eines frequenzdefinierenden vorabgeglichenen „Sprechkanaleinschubs“ mit je einem Sende- und Empfangsquarz und Antennen- und Empfangskreisspule war ein Frequenzwechsel im Einsatz möglich, beim „Foxli“ musste dazu das Chassis des Geräts ausgebaut und in einem Abgleichgehäuse nach Einsetzen der Quarze und Spulen neu abgeglichen werden.

Vom Funkgerät wurden in den Jahren 1951/53 insgesamt 1210 Stück zu einem Preis von 1'500.- Fr. beschafft.

Einsatz

Mit dem SE-103 wurden die Leichten Truppen und die Kavallerie ausgerüstet, bei den Radfahrern wie auch den berittenen Dragonern war es wichtig, die Sendetaste mit Ellbogendruck betätigen zu können, die Sendetaste des SE-100 war beispielsweise mit Zügeln oder Fahrradlenker in der Hand nicht zu betätigen.

In den Batallionen der Leichten Truppen wurden die Kompanien jeweils mit unterschiedlichen Arbeitskanälen („Betriebskanal“) ausgestattet. Im Reservefach wurde ein Sprechkanaleinschub bereitgehalten, um bei einer Gleichkanalstörung auf die im ganzen Batallion einheitliche „Gemeinschaftsfrequenz“ zu wechseln. Der Wechsel bei Formationen aus verschiedenen Einheiten musste ebenfalls der Sprechkanaleinschub der „Gemeinschaftsfrequenz“ eingesetzt werden.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/se-103.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/22 17:22 von mb