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SE-113: T5-Gerät

Kleinfunkgerät Uster T5 / T5-Gerät; hergestellt von Zellweger AG, Uster.

Ein ganz ähnliches Gerät, wie das Infanterie - Patrouillenfunkgerät P5 wurde 1943 als T 5 in Verbindung mit einem Umformer auch zum Betrieb in den Vickers Panzerwagen in den Batallionen der Heerespolizei beschafft.

SE-113: T5-Gerät

Technische Daten

Stromversorgung

Dimensionen

  • 340 x 470 x 220 mm, 15.4 kg ohne Batterie, Umformer UM5 5.8 kg, Handgenerator GM5 15.4 kg; Fernantennenmaterial im Sack 4.4 kg.

Zubehör

  • Im Fahrzeugbetrieb wird das Gerät an eine 2,4 - 3 m lange Stabantenne abgeschlossen
  • Für Mobilbetrieb kann alternativ eine Stabantenne aus zehn Antennenstäben mit einer Endkapazität (Gesamtlänge 3,4 m) zum Einsatz kommen.

SE-113: T5-Gerät
Das Gerät besteht aus einem Apparatekasten mit der eigentlichen Funkstation und einem Batteriefach, dieser bringt ohne Batterie 15,4 kg und mit Batterien 19 kg auf die Waage, dazu kommt ein Generatorkasten ebenfalls mit 15,4 kg Gewicht, zu Fahrzeugbetrieb der Umformer UM5 und ein Sack mit Fernatennenmaterial.

Das Empfänger kann im Fahrzeug vom 12 V - Bordnetz über den Umformer UM5 oder mobil mit einer kombinierte Anoden- (126V) und Heizbatterie (6V) oder mittels Handkurbelgenerator betrieben werden, zum Sendebetrieb muss auf jeden Fall der Umformer oder Generator herhalten, ein Relais verhindert, dass die Energie beim Sendebetrieb der Batterie entnommen wird.

Die Sendeempfangsumschaltung erfolgt bei Telephoniebetrieb mittels der Sprechtaste, beim Telegraphiebetrieb automatisch, eine Sekunde nach Gabe des letzten Zeichens schaltet das Gerät automatisch auf Empfang.

Frontpanel SE-113Die Bedienung ist weniger problematisch, als die Versorgung mit den notwendigen Betriebsspannungen:
Die Frequenz wird mit dem grossen Frequenzschalter, der auch als Skalenzeiger dient, gewählt. Durch Zusammendrücken der beiden Tasten an der Spitze des Frequenzschalters kann dieser verschoben werden und rastet beim Loslassen in 20 kHz-Abstäden ein. Ein Rändelrad an der Spitze des Frequenzschalters erlaubt es, die Frequenz um +/- 50 kHz zu verstimmen, die Rastung des Frequenzschalters wird nur freigegeben, wenn die Frequenzkorrektur bei 0 kHz steht, um Fehleinstellungen der Sendefrequenz zu verhindern. Ein Feinregler „Empfangsnachstellung“ erlaubt es, die Empfangsfrequenz je nach Einstellung des Frequenzschalters um +/- 50 - 100 kHz zu verschieben.

Typisch wie bei anderen Zellwegergeräten hat der Betriebsschalter in der Mitte die 0-Stellung, nach links wird in den Telegraphie-, nach rechts in den Telephoniemodus geschaltet, wobei die Empfangslautstärke jeweils bis zum Anschlag des Potis zunimmt.
Zum Sendebetrieb im fahrenden Fahrzeug wurde die Verwendung des Kehlkopfmikrophons zur Vermeidung der Aufnahme von Motoren- und Umgebungsgeräuschen empfohlen. Bei gedrückter Sendetaste muss mit der Antennenabstimmung auf maximalen Ausschlag am Antenneninstrument abgestimmt werden.
Das Instrument kann mit dem Knebelschalter zu Anzeige der Heizspannung resp. der Anodenspannung geschaltet werden, bei Generatorbetrieb muss die senkrechte Leuchtmarke erreicht werden, das Generatorrelais fällt bei ungenügender Generatorspannung ab und das Gerät schaltet auf Empfangsbetrieb.

Im Zubehörfach unter dem Sendeempfängereinschub finden die kombinierte Heiz- und Anodenbatterie, der Kopfhörer, die Morsetaste und das Mikrophon Platz. Ein Schalter am Mikrophon erlaubt es, die Senderöhren zur Batterieschonung bei reinem Empfangsbetrieb auszuschalten. In Stellung „Ein“ sind die Senderöhren dauernd geheizt, bei längeren Sendepausen wird auf „Aus“ geschaltet, beim Druck auf die Sprechtaste dauert es dann 4 Sekunden, bis die Senderöhren angeheizt sind und gesprochen werden kann.

SE-112: Umformer UM5Der Umformer UM5 ist in ein Blechghäuse eingebaut und wird von der Fahrzeug - Bordspannung von 12 V betrieben und stelle die Anodenspannung von 180 V und die Heizspannung von 4,2 V zur Verfügung.

Als Reichweite werden im ungünstigen coupierten Gelände 3 km in Telephonie und 5 km in Telegraphie angegeben, üblicherweise wurde mit einer brauchbaren Reichweite von 15 resp. 20 km gerechnet; unter optimalen (Sicht)bedingungen von einem erhöhten Standort konnten 180 resp. 200 km erreicht werden.

Technisches Prinzip


Im Sendeempfängereinschub ist der Senderteil grossteils rechts und die Empfängereinheit zur Linken angeordnet. Der Sender arbeitet mit einer Oszillatorstufe (PD120), einer Frequenzverdopplerstufe (PD120) und zwei Endstufenröhren (PP226M). Das Gerät wird anodenmoduliert, die beiden Modulatorröhren (PP226M) liefern die zur Regelung der Anodenspannung notwendige Leistung, die Röhre V6 (PD120) arbeitet als Mikrophonvorverstärker, die Röhre V7 als Tonfrequenzgenerator zur Erzeugung des Telegraphietons bei A2-Betrieb. Der Empfänger arbeitet als Einfachsuper mit Doppelnutzung der drei Doppelpentoden V5 - V7. Das empfangene Signal wird in der Röhre V5 (PD120) auf die Zwischenfrequenz von 465 kHz gemischt, das zweite Pentodensystem wird als Oszillator eingesetzt. Je ein System der Röhre V6 (PD120) und V7 (PD120) wirkt im zweistufigen ZF-Verstärker, das zweite System der Röhre V7 dient als Audion, das zweite der V6 als NF-Verstärker, es ist nur Kopfhörerempfang vorgesehen.

Röhrenbestückung

Das Gerät ist komplett mit zwei etwas exotischen Röhrentypen, den Doppelpentoden PD120 und Leistungspentoden PP226M bestückt, diese beiden Röhrentypen von Tungsram waren in der Kriegszeit verfügbar, um die erforderliche Anzahl von Geräten zu bauen:

V1 (PD120, Sende-Oszillator); V2 (PD120, Frequenzverdopplerstufe); V3 (PP226M, Sende - Leistungsstufe (Gegentaktschaltung)); V4 (PP226M, Sende - Leistungsstufe); V5 (PD120, Senden: Gleichrichter für Antennenleistungsmessung; Empf.: Oszillator / Mischstufe); V6 (PD120, Senden: Mikrophonverstärker; Empf.: 1. ZF-Stufe, NF-Verstärkung); V7 (PD120, Senden: Tonfrequenzgenerator für [A2]]-Aussendungen; Empf.: 2. ZF-Stufe, Audion); V8 (PP226M, Modulatorröhre); V9 (PP226M, Modulatorröhre).

Entwicklung

Im Jahre 1942 entwickelte Zellweger als Variante der Patrouillenfunkstation P5 die Kleinfunkstation T5 zur Ausrüstung der Vickers - Panzerwagen der Bataillone der Motorisierten Heerespolizei, insgesamt wurden 6 Geräte geliefert. 1963 wurden die Geräte liquidiert.

Einsatz

Im Jahre 1934 wurden sechs Panzerfahrzeuge vom Typ Vickers Carden-Loyd beschafft, diese gelangten aber nie aus dem Testeinsatz heraus zu einer kombattanten Truppe. 1943 wurden die neu aufgestellten Bataillone der motorisierten Heerespolizei mit den Panzerwagen ausgerüstet, man wollte für Einsätze im Innern, wie die Schweiz sie in den Zeiten des Schweizer Generalstreiks 1918 erlebt hatte, gerüstet sein.

Diese Panzerwagen mit einem adaptierten Kleinfunkgerät T5 ausgerüstet.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/se-113.txt · Zuletzt geändert: 2017/09/14 17:11 von mboesch