Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


de:se-202

SE-202: SEF

Funkstation SE-202 / SEF bestehend aus Sender SF 21, Empfänger EF 21; hergestellt von Brown Boveri.

Für die in den Skoda-Werken im besetzten Böhmen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch in Restbeständen vorhandenen Panzerjäger „Hetzer“ resp. G13, von denen von der Schweizer Armee nach Kriegsende 160 Stück erworben worden konnte, entwickelte Brown Boveri mit dem SEF / SE-202 ein in die vorhandenen Gerätebuchten passendes VHF- Zweikanalfunkgerät. In einer ähnlichen Konfiguration ohne ins Bediengerät integrierte Bordverständigungsanlage kam das Gerät auch in den aus amerikanischem Surplus erworbenem Jeeps zum Einsatz.

Technische Daten

Stromversorgung

  • Akku / Batteriebetrieb: Versorgung 12 V= Fahrzeugbordspannung; im Jeep mit 6 V Wagenbatterie separate 12 V Funkbatterie mit Generator notwendig.
  • Netzbetrieb: Speisegerät BG31 für ortsfesten Betrieb resp. Ausbildungsstationen 115 / 145 / 220 / 250 V, das Speisegerät wird anstelle des Umformernetzteils BU31 direkt auf dem Senderchassis im Sendergehäuse installiert, die Empfängerspeisung erfolgt in diesem Fall über das Multipol-Versorgungskabel.

Die Stromversorgung erfolgt in der Jeepversion (mit der 6 V Wagenspannung) über einen separaten Alternator und eine „Funkbatterie“, unabhängig vom Wagenstromnetz; in der Panzerjägerversion erfolgt die 12 V - Versorgung direkt vom Bordnetz.
In der Version für ortsfesten Betrieb ist ein 220V - Netzteil direkt im Senderkasten integriert und die Speisung des Empfängers erfolgt dann über das Multipol-Versorgungskabel.

Dimensionen

  • Sender SF21: 236 x 425 x 240 mm, 16.55 kg
  • Empfänger EF21: 236 x 425 x 210 mm, 15.1 kg
  • Bediengerät KF32: 310 x 154 x 258 mm, 9.5 kg
  • Bediengerät KF28: 198 x 88 x 128 mm, 2 kg

Zubehör

  • Mikrotelephon ZT61 (Jeep) resp. Sprechgarnitur ZT63 (Jeep resp. viermal für Panzer-Anlage)
  • Bediengeräte KF32 für die Pzj-Version mit integrierter Vordverständigungsanlage (dazu notwendig Bordverständigungs_Verteiler D31 und die entsprechende Verkabelung), KF28 für die Jeep-Version.
  • Umformerspeisegerät BU31 oder bei stationärem Einsatz direkt auf dem Senderchassis montiertes Netzspeisegerät BG31.
  • Als Standardantenne kommt eine Stabantenne aus zwei Antennenstäben in der Pzj.-und Jeepstation zum Einsatz.
  • zur Abstimmung entwickelte BBC das Service-Messgerät MD31 und die Kunstantenne MZ31, in der die Leuchtstärke einer Glühlampe mit einer Photozelle gemessen wird. Zur Messung der Modulationsqualität ist ein Kathodenstrahl - Oszilloskop notwendig.
  • Zusatzlautsprecher LF31 oder LO31 für die Instruktionsstation.

Bedienung

Die Funkstation SE-202 / SEF wurde von Brown Boveri entwickelt und kam in zwei Varianten als Jeepfunkstation und im Panzerjäger G13 / „Hetzer“ zum Einsatz.

Später wurde es auch ausgebaut als Bergstation bei den Fliegertruppen ortsfest eingesetzt.

Das Gerät besteht aus zwei Metallkästen jeweils mit dem Sender- und Empfängerteil und einem in der Jeep- und Panzerjäger - Version unterschiedlich ausgeführten Bediengerät, eine Bordverständigungsanlage ist verständlicherweise nur in der Panzerjäger - Variante notwendig.

Zum Betrieb ist das an den Sender angeschlossene Bediengerät notwendig, es können die beiden bequarzten Kanäle angewählt und die Lautstärke geregelt werden, die Steuersignale werden mit einem Multipolkabel vom Sender zum Empfänger weitergegeben.

SE-202: Bediengerät KF-32Das Bediengerät KF32 der Panzerjäger - Version ist mit einer Bordverständigungsanlage (Schalter BV) zur internen Verständigung ausgerüstet, deren Bedienelemente, Hauptschalter, blaue Kontrollampe und Lautstärkeregler sich auf der rechten Seite des Bediengerätes befinden. Es ist mit einer Röhre 6AC7 und 7Y4 sowie einem Zerhacker NSB/12 für die Verstärkeranlage ausgerüstet.
An das Bediengerät wird ein Mikrotel ZT61 direkt und drei weitere Sprechgarnituren ZT63 über den Verteiler D38 angeschlossen.

Das Bediengerät der KF28 der Jeep-Version ist wesentlich einfacher aufgebaut und kommt ohne aktive Elemente aus, das KF29 der ortsfesten Instruktionsstationen ist lediglich mit einem zusätzlichen Elektrolytkondensator ausgerüstet und somit praktisch identisch.

SenderEmpfängerBediengerät
SE-202/m Jeep (BBC: CF 41)SF 21EF 21KF 28
SE-202/m Pzj (BBC: CF 63) SF 21EF 21KF 32 (mit Bordverstärker)
SE-202 Instruktionsstation (ortsfest, BBC: CF 62)SO 21 (eing. Netzteil BG31)EO 21KF 29

Technisches Prinzip

Sender SF21Sender SF21: Die Röhre V2 (7C5), dient als Basisoszillator und schwingt im Bereich 7,5 - 10,5 MHz, mit eingestecktem Frequenzzquarz (Quarzfrequenz = (Arbeitsfrequenz/4) + 500 kHz) und muss mit einem Trimmer für die beiden Arbeitsfrequenzen F1 und F2 auf Maximum abgeglichen werden, über den Koppungskreis wird auf die erste Oberwelle (15 - 21 MHz) und diese ans Gitter der Treiberstufe V3 (7C5 weitergegeben. Durch Verstärkung und Auskopplung ebenfalls der ersten Oberwelle geschieht eine nochmalige Frequenzverdopplung auf 30 - 42 MHz. In der Sendeendstufe V4 (815) erbeiten zwei Endpentodensysteme in Gegentaktschaltung.
Die Röhre V1 (6AB7), die Reaktanzröhre erzeugt die Frequenzmodulation, indem die Oszillatorfrequenz von V2 im Takt der Mikrophonspannung am Gitter von V1 variiert.
Eine automatische Frequenzkorrektur (AFC) sorgt dafür, dass die Sendefrequenz mit einer Abweichung von 0,015 % stabil bleibt und die Frequenzmodulation dennoch erhalten bleibt. Die Röhre V5 (7A8) arbeitet aus Kristalloszillator mit den Quarzen X1 und X2 jeweils 500 kHz über der Frequenz des Basisoszillators. Die Mischfrequenz von genau 500 kHz wird in V6 (7H7) verstärkt und der Diskriminatorstufe V7 mit der Duodiode (7A6 zugeführt, die Regelspannung regelt die Frequenz des Basisoszillators in genauen Grenzen nach. Der Spannungsstabilisator V8 (VR150) hält die Anodenspannung der frequenzkritischen Oszillatoren V1, V2 und V5 konstant.
Empfänger EF21Empfänger EF21: Das Antennensignal gelangt zunächst auf den HF-Verstärker V1 (7C7), im ersten Mischer V2 (7A8) erfolgt die Mischung mit dem Oszillatorsignal von V3 (7C7), der zwischen 7,17 und 11,17 MHz schwingt und von dem die dritte Oberwelle ausgekoppelt wird, so dass das Oszillatorsignal letztendlich zwischen 21,5 und 33,5 MHz liegt und im Mischer die erste ZF von 8,5 MHz entsteht. In zwei ZF-Stufen wird die erste Zwischenfrequenz von 8,5 MHz verstärkt (V4 und V5, je (7C7). Die Röhre V6 (7A8) dient als 5 MHz-Oszillator und gleichzeitig als 2. Mischer, der das Signal auf die zweite ZF von 3,5 MHz umsetzt. Diese zweite ZF wird in V7 und V8 (jeweils 7C7) verstärkt und gelangt nach dem Limiter (Begrenzerstufe) V9 (7AG7) zur Demodulation auf die V10 (7A6), Diskriminator). Die erhaltene NF wird in V11 (7C6) als Vor- und V13 (7C5) als NF-Endstufe verstärkt; V12 (7C5) wird für den Squelch, die Rauschunterdrückung, eingesetzt.
V14 (7Y4) dient als Gleichrichter für die Anodenspannung, die vom Zerhacker NSB/12 kommt.

Röhrenbestückung

Sender SF21: V1 (6AB7, Modulator, Reaktanzröhre); V2 (7C5, Oszillator 7,5-10,5 MHz, erste Frequenzverdopplerstufe); V3 (7C5, zweite Frequenzverdopplerstufe, Treiberstufe); V4 (815, Sende-Endstufe); V5 (7A8, Kristalloszillator, Mischstufe); V6 (7H7, Verstärker Diskriminatorstufe); V7 (7A6, Diskriminator); V8 (VR150, Spannungsstabilisator)

Sender EF21Empfänger EF21: V1 (7C7, HF-Vorstufe); V2 (7A8, 1. Mischer); V3 (7C7, Oszillator 1.ZF); V4 (7C7, 1. ZF Stufe 8,5 MHz); V5 (7C7, 2. ZF Stufe 8,5 MHz); V6 (7A8, 2. Mischer & Oszillator 5 MHZ); V7 (7C7, 3. ZF Stufe 3,5 MHz); V8 (7C7, 4. ZF Stufe 3,5 MHz); V9 (7AG7, Limiter); V10 (7A6, Diskriminator); V11 (7C6, NF-Vorstufe, Squelch); V12 (7C5, Squelch); V13 (7C5, NF-Endstufe); V14 (7Y4, Gleichrichter Anodenspannung); Zerhacker NSB/12

Entwicklung

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs beschaffte die Schweizer Armee 160 Fahrzeuge vom Typ Panzerjäger „Hetzer“ / G13, der unter deutscher Herrschaft in den tschechischen Skoda - Werken gefertigt worden war und von dem nach dem Zweiten Weltkrieg noch eine Reihe bereits fertig montierter Fahrzeuge am Lager waren, die nicht mehr in Einsatz gekommen waren. In zwei Tranchen konnte die Schweizer Armee diese Panzerwagen zu einem Stückpreis von 60'000.- Fr. erwerben.

Die von der Wehrmacht eingesetzten „Hetzer“ wurden vor dem Einsatz in Deutschland mit einer entsprechenden Funkanlage ausgerüstet, in die Schweiz wurden sie mit einer leeren Gerätebucht an der Wand zum Motorenraum geliefert.

Recherchen von K.Utzinger (IgUem) haben ergeben, dass das Gerät wahrscheinlich auf der amerikanischen FM-Funkstation FMT30 von Galvin GMC resp. Motorola basierte und im Konzept diesem Gerät nachempfunden war - die Entwicklung hatte wohl bereits in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg begonnen, so dass die von BBC hergestellte FM-Funkanlage FSE bereits 1941 an die Polizei in Zürich ausgeliefert werden konnte.

Einsatz

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/se-202.txt · Zuletzt geändert: 2017/09/19 15:04 von mboesch