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de:se-408

SE-408: FIX

Sprechfunkstation FIX, SE-408, U.S.-amerikanische Originalbezeichnung SCR-508; hergestellt von div. U.S.-Herstellern.

Im Rahmen der Neuausrüstung der Übermittlungstruppen der Schweizer Armee wurde 1946/49 aus amerikanischen Surplus - Beständen eine grössere Menge von Übermittlungsgerät angeschafft.
Mit der damals angeschafften Station SCR-608 wurde erstmals ein frequenzmoduliertes VHF-Truppenfunkgerät eingesetzt; das Gerät erhielt die Bezeichnung „FIX“ resp. nach der Einführung der neuen Nomenklatur die Bezeichnung SE-400.

Im Jahre 1951 beschaffte die Schweizer Armee 200 Stück des französischen Leichtpanzers AMX, in dem das VHF-Funkgerät SE-508 aus französischer Lizenzproduktion bereits eingebaut war. Dieses ist technisch mit dem SE-400 weitgehend identisch und unterscheidet sich lediglich durch den Frequenzbereich, es erhielt die Bezeichnung SE-408.

SE-400 / FIX im Montagerahmen

Technische Daten

Stromversorgung

  • Akku / Batteriebetrieb: ab Fahrzeugbatterie 12 V, Erzeugung der Anodenspannungen mittels Dynamotor, einem rotierenden Umformer (im Empfänger für 12 V - Betrieb DM-34, im Sender für 12 V - Betrieb DM-35).
  • Benzingenerator: ein Aggregat „Homelite“ mit einem Zweitaktmotor (mit Benzin- / Ölgemisch zu betreiben) kann zum Nachladen der Pufferbatterien eingesetzt werden.

Dimensionen

  • Sender BC-604: 457 x 292 x 230 mm; 30,4 kg
  • zwei Empfänger BC-603: 171 x 292 x 287 mm; 31,75 kg
  • Montagerahmen FT-237: 908 x 387 mm; 20 kg; Gesamtgewicht der Funkstation 82 kg

Zubehör

  • Als Standardantenne wird eine aus drei Elementen bestehende 2,7 m - Rutenantenne am Fahrzeug eingesetzt. (Mastbasis MP-48-A, Antennenstäbe („mast segments“) MS-51, MS-52 und MS-53).
  • Die Sendequarze sind in der Quarz-Box BX-40 untergebracht
  • Fernbetrieb ist mit der Fernbetriebsausrüstung RM-29-D möglich.

SE-400 / FIX im Montagerahmen

Bedienung

Die Funkstation SE-408 resp. die amerikanische Originalversion SCR-508 besteht aus zwei Empfängern BC-603 und einem Sender BC-604 montiert auf einem Montagerahmen FT-237. Standardmässig wird das Gerät mit 12V aus der Fahrzeugbatterie betrieben, ein Dynamotor erzeugt die notwendigen Anodenspannungen.

Das Gerät deckt 10 bequarzte Kanäle im Bereich von 20 - 27,9 MHz ab. In einer Schaltungsvariante wurde die Frequenzverdreifacherstufe vor die Frequenzverdopplerstufe geschaltet, die zehn Kanäle kamen dann in den Bereich 27 - 38,9 MHz zu liegen, dieses Gerät trug die Bezeichnung SE-400.

Empfänger SE-408Der Empfänger verfügt über einen grossen eingebauten abschaltbaren Lautsprecher, der Knopf VOLUME fast genau in der Mitte der Frontplatte regelt die Lautstärke. Die zehn Kanaltasten rechts oben dienen zum Anwählen der Arbeitsfrequenzen, durch einen Tastendruck auf den kleinen Knopf PUSH to TUNE links des Skalenfensters kann der Empfänger mit dem Rändelrad unter den Stationstasten auch durchgehend abgestimmt werden.

In einer unteren Reihe der Bedienelemente finden sich die (Hilfs-)Antennen- und Erdanschlüsse, der Schalter zum Abstimmen und Festfrequenzbetrieb, der Schalter für Zuschalten der Gegensprechanlage in einem Panzer und der Squelch - Schalter, die Squelch-Ansprechschwelle wird mit dem SENSITIVITY-Drehregler eingestellt.

Sender SE-408Auf der Senderfrontplatte finden sich links die unter den Anschlüssen für die (Hilfs-)Antenne und Erde die zehn Fixfrequenztasten; die entsprechenden Quarze werden im Fach hinter dem links davon liegenden Deckel eingesteckt. Der Schalter unterhalb der Kanaltasten schaltet vom Abstimm- zum Sendebetrieb um.

Rechts unter dem Instrument, welches zum Abstimmen und zur Anzeige des Antennenstroms umgeschaltet werden kann, findet sich der Hauptschalter und die Umschaltung von Sende-Empfänger- zum Gegensprechbetrieb im Fahrzeuginnern.

Der Sender ist bestückt mit sieben Röhren 1619 und einer 1624 als Senderendröhre. Im Geräteinnern sind die notwendigen Ersatzröhren untergebracht.

Technisches Prinzip

Blockschema SE-408 Empfänger
Empfänger BC-603: Das Antennensignal wird zunächst verstärkt (V1, 6AC7) und mit dem Signal des HF-Oszillators (V3, 6J5) in der Mischstufe (V2, 6AC7) auf die Zwischenfrequenz von 2,65 MHz umgesetzt. Die ZF wird in zwei ZF-Verstärkerstufen (V4 und V5, jeweils 12SG7) verstärkt und durchläuft eine Begrenzerstufe (V6, 6AC7). Die Demodulation erfolgt in der Diskriminatorstufe (V7, 6H6), das NF-Signal wird in der NF-Vorstufenröhre (V10, 6SL7GT), die auch als ZF-Oszillator wirkt) verstärkt und der NF-Endstufe (V8, 6V6GT) zugeführt. Als AVC und Squelch dient die Röhre V9 (6SL7GT).

Blockschema SE-408 Sender
Sender BC-604: Über das Drucktastenaggregat wird der entsprechende Sendequarz (die Sendefrequenz beträgt das 54-fache der Quarzfrequenz) an den Sendeoszillator (V107, 1619) geschaltet. Nach einer HF-Verstärkerstufe (V101, 1619) wird das HF-Signal zusammen mit dem Audiosignal, welches nach dem Mikrophon in zwei NF-Verstärkerstufen (V105, V106, jeweils 1619) verstärkt wird, der Modulatorspule zugeführt. Das oberwellenreiche Produkt wird gleichgerichtet (V102, 1619) und die neunte Oberwelle ausgefiltert. nach einer Frequenzverdopplerstufe (V108, 1619) gefolgt von einer Frequenzverdreifacherstufe (V103, 1619) wird das 54-fache Vielfache der Sendequarzfrequenz generiert mit dieser definitiven Sendefrequenz die Senderendstufenröhre (V104, 1624) angesteuert und eine Leistung von 30 Watt erreicht. Über einen von zehn durch das Drucktastenaggregat geschalteten vorabgestimmten Antennenkreisen gelangt das Signal auf den Antennenausgang.

Röhrenbestückung

Empfänger BC-683-A: V1 (6AC7, HF Verstärker); V2 (6AC7, (Mischstufe); V3 (6J5, HF-Oszillator); V4 und V5 (12SG7, erste und zweite ZF-Verstärkerstufe); V6 (6AC7, Limiter); V7 (6H6, Diskriminator); V8 (6V6GT, NF Endstufe); V9 (6SL7GT, AVC, Squelch); V10 (6SL7GT, NF-Vorstufe und ZF-Oszillator); Dynamotor DM-34.

Sender BC-684-A: V101 (1619, 1. HF-Verstärkerstufe); V102 (1619, Gleichrichter); V103 (1619, Frequenzverdopplerstufe); V104 (1624, Sende-Leistungsstufe); V105 (1619, 1. NF-Verstärkerstufe); V106 (1619, 2. NF-Verstärkerstufe); V107 (1619, Sendeoszillator); V108 (1619, Frequenzverdreifacherstufe); Dynamotor DM-35.

Entwicklung

In einer gemeinsamen Entwicklung brachte die Link Radio Corporation unterstützt durch Western Electric und Bell Laboratories mit dem SCR-508 1940/41 ein frequenzmoduliertes VHF-Sprechfunkgerät zur Produktionsreife, welches dank dem Einsatz der Frequenzmodulation weniger anfällig auf Störungen durch Zündfunken war und bald zum Standardfunkgerät der amerikanischen Panzerfahrzeuge wurde.

Einsatz

Im Jahre 1951 kaufte die Schweiz 200 Stück des französischen AMX 13, der als „Leichtpanzer 51“ bei der Schweizer Armee eingeführt wurde. Dieser war ab Werk mit einem französischen Lizenzbau des SCR-508 ausgerüstet. Aus diesem Grunde haben die als SE-408 bezeichneten Funkstationen französische Frontplattenbezeichnungen.

Ende der Fünfzigerjahre wurden die AMX-Panzer modifiziert und die Panzerkanone mit einer 6-schüssigen Ladetrommel aufgerüstet; in der Folge dieser Massnahme fand das Funkgerät SE-408 an seinem angestammten Ort keinen Platz mehr und der Panzer wurde auf die fernbedienbare Autophon - Funkanlage SE-407 umgerüstet.

Die Geräte fanden bis 1975 bei den Grenzbrigaden eine Nachverwendung und wurden 1976 liquidiert.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/se-408.txt · Zuletzt geändert: 2017/12/21 13:15 von mb