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de:se-450_ii

SE-450/II (SF-Station)

Funkstation SE-450/II oder Schwere Funkschreibstations; hergestellt sind die Geräte von unterschiedlichen Herstellern, die Sendeendstufe S-502 von Siemens wurde weiterverwendet.

Die 1 kW-Kurzwellen - Funkstation SE-450/II zur Übermittlung von zwei Fernschreibkanälen, die vorwiegend zur Kommunikation mit den Schweizer Vertretungen im Ausland und zur Ausbildung des entsprechenden Bedienpersonals genutzt wurde, wurde in den Achzigerjahren mit neuen Geräten modernisiert. So wurde die Station für automatisierten Fernschreibbetrieb mit Fehlerkorrektur (SITOR) ausgerüstet.

Technische Daten

SE-450: Siemens Sender 1 kW SE-450: Empfänger CR 91

Stromversorgung

Die gesamte Stromversorgung wird von einer zentralen Schalttafel ST 84 aus gesteuert, mit dem MAIN Switch kann die Station vom lokalen Wechselstromnetz oder vom Notstromaggregat betrieben werden, dieses kann ferngesteuert gestartet und gestoppt werden. Auch der Schaltuhrbetrieb für automatisierten Empfang und Versand von Meldungen wird an der Schalttafel ST 84 aktiviert.
Mit einem Kontrollschalter METER SWITCH können die drei Phasen des Lichtnetzes resp. des Generators kontrolliert werden.
Mit dem Netzfilter Schaffner FR 211 werden Störimpulse aus dem Lichtnetz, welche das Funktionieren der Station beeinträchtigen könnten, ausgefiltert.
Teils kamen Spannungsregler zum Ausgleich bei instabilen Netzspannungen zum Einsatz. In Ländern mit einer 60 Hz-Netzfrequenz muss zusätzlich für den Fernschreiber PACT-220 eine 220V-Spannung mit einer Frequenz von 50 Hz aufbereitet werden.

Dimensionen

Die mobile Funkstation für den Ausbildungsbetrieb ist auf einem Funkwagen Saurer 2CM 4×4 3,5 t eingebaut, das Notstromaggregat in einem Einachsanhänger.

  • Stationsfahrzeug Saurer 2CM 6,73 x 2,22 x 3,50 m, 9000 kg; 5,82 l Dieselmotor
  • Aggregat 6 kVA

Zubehör

  • Antennen
    • AGD-Antenne: 2 - 13 MHz, 1 kW max. Leistung; Dipol mit 30 m Mastabstand
    • AGV-Antenne: 9 - 30 MHz, 700 W max. Leistung; vierteilige Mastantenne
    • Dachantenne; nur für Ausbildungszwecke, geringe Sendeleistung
  • Antennenwahlgerät ASU 84

Stationsmaterial

Die ganze Funkstation ist in einem Funklastwagen Saurer 2CM eingebaut, sie besteht aus einem Siemens - Sender S-502 und zwei Empfängern, mit der Umrüstung auf SITOR / ARQ-Betrieb kam zunächst der E-658 und dann der CR 91 von Standard Radio AB zum Einsatz.

Am Arbeitsplatz sind in einem Rack übereinander das ARQ-Vorsatzgerät STB 750, die Bedieneinheit TCU 90, der Empfänger und der Steuersender TD 90 angeordnet.

Für die Erzeigung des SITOR-Signals (ARQ) kommt das ARQ-Vorsatzgerät STB 750 von Philips zum Einsatz. Beim SITOR-Fernschreibemodus handelt es sich im einen FSK-Modus, bei dem eine Fehlerkorrektur für ausgefallene Zeichen besteht.
Für „Point-to-Point“-Verbindungen im Gegenverkehr zwischen zwei Stationen arbeitet die Funkstation im ARQ-Modus („automatic repeat request“, SITOR-A), bei Ausfall eines Zeichens fordert die Gegenstation die Übermittlung des Zeichens erneut an. Für Rundsprüche wechselt man in die Betriebsart FEC („forward error correction“, SITOR-B), hier werden Zeichen versetzt doppelt ausgesendet.
Nun in Notsituationen kann auch in F1 (FSK)-Standardfernschreibemodus 50 Bd ohne Fehlerkorrektur gewechselt werden. Für Dienstgespräche ist ein SSB-Sprechfunkkanal als Servicakanal programmiert, an der Bedieneinheit wird hierzu ein Mikrotel angeschlossen. Nur für Ausnahmefälle ist sogar eine Übermittlung als Morsetelegraphie A1 möglich.

An der Bedieneinheit TCU 90 kann die Station in ihren Funktionen gesteuert werden. Hier werden in verschiedenen Moduln die Frequenzspeicher und Stationskennung aufgerufen.

Empfänger CR 91 (SRT)Als Empfänger kamen nach Umrüstung auf den ARQ-Betrieb zunächst der Empfänger E-658 (Rohde & Schwarz EK 070) zum Einsatz, später wurden der Empfänger abgelöst durch den SRT CR 91.

Der Steuersender TD 90 erbringt im Bereich 1 - 30 MHz eine Ausgangsleistung von 100 mW und wird zur Ansteuerung der Siemens-Leistungsendstufe eingesetzt.
Die Sendeendstufe mit dem 1 kW FSK-Sender von Siemens S-502 kann abgesetzt betrieben werden. Der Sender deckt den Bereich 1,5 - 30 MHz in drei Bereichen ab: 1,5 - 4 / 4 - 11 / 11 - 30 MHz.

Als Endgerät vom laut ratternden Blattfernschreiber Siemens Stg-100 auf den elektronischen Blattfernschreiber PACT-220 von Philips umgerüstet, dieser ist mit einem Empfangslocher und Lochstreifensender ausgerüstet, musste allerdings 2004 wegen Ersatzteilmangel liquidiert werden.

Das Antennenschaltgerät ASU-84 (Antenna Switch Unit) verteilt die Hochfrequenz an die Antennenanlage, die Station verfügt über ein automatisches Antennenabstimmgerät KGA.

Technisches Prinzip

Bestückung

Entwicklung

Das Kernstück der Station, der 1 kW-F6-Sender wurde von Siemens entwickelt, ebenso die Fernschreibgeräte, in der ursprünglichen Konfiguration ab 1979 kamen zwei Empfänger E-629 (Collins 51J-4) zum Einsatz, ab 1982 wurde auf den E-658 (Rohde & Schwarz EK 070) und ab 1984 auf den CR 91 umgerüstet.

Einsatz

Die Funkstation SE-450 kam im Botschaftsfunk zum Einsatz, die mobilen Stationen mit gleichartigem Equipment wurden zu Ausbildungszwecken für die Bedienmannschaften für den Funkverkehr mit den Auslandstationen in den Schweizer Botschaften beschafft; um 1984/85 wurde das Stationsmaterial modernisiert und auf Fernschreibverfahren mit automatischer Fehlerkorrektur umgerüstet.

Im Regelbetrieb wird die Funkstation von einer Schaltuhr auf der Hauptschalttafel regelmässig während einer vorprogrammierten Zeitspanne eingeschaltet, die Frequenzen sind entsprechend der Ausbreitungsbedingungen zum geplanten Übermittlungszeitpunkt gewählt. In Ausnahmefällen kann die Station auch manuell in Betrieb genommen werden.

Zum Einsatz in Krisenregionen resp. für die Auslandskontingente wurden einige Stationen als Containerstationen beschafft.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/se-450_ii.txt · Zuletzt geändert: 2018/05/04 12:04 von mb