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Testgeräte und Werkstattausrüstung

Gewisse kleine Reparaturen und Instandstellungsarbeiten konnten von der Truppe selbst durchgeführt werden. In den entsprechenden technischen Reglementen zu den Truppenfunkgeräten sind jeweils im hinteren Abschnitt die Vorschriften für den Parkdienst und Störungsbehebung enthalten.

Unter Parkdienst werden Unterhaltsarbeiten verstanden, welche täglich („Tagesparkdienst“) oder in regelmässigen Intervallen von der Truppe durchzuführen sind.

Anleitungen zur Behebung einfacher Störungen sind ebenfalls in den Reglementen erhalten, teils finden sich Ablaufschemen. Ab einer gewissen Komplexität dürfen Störungen und Reparaturen nur von speziell ausgebildeten Einheiten (Uem Ger Mech, Übermittlungsgerätemechaniker) erledigt werden, teils muss für komplexe Reparaturen eine spezielle militärische Übermittlungsgerätewerkstatt oder sogar die Servicestelle des Herstellers hinzugezogen werden.

Für die Übermittlungsgerätemechaniker wurden von den Herstellerfirmen teils für die einzelnen Funkgeräte spezifische Testgeräte entwickelt, teils wurden in den Uem Ger Werkstätten auch allgemeine Messmittel, wie sie auch in kommerziellen Werkstätten zu finden sind, eingesetzt. Die Beschaffung erfolgte allerdings in der Regel zentral, so dass die entsprechenden in den Werkstätten tätigen Soldaten in den Wiederholungskursen das standardisierte Werkstattequipment vorfinden.

Gerätespezifische Testgeräte

Die Testgeräte wurden spezifisch zu Kontroll- und Abgleicharbeiten an den häufig eingesetzten Truppenfunkgeräten entwickelt.

Wellenmesser

Die frühen Funkstationen verfügten nicht über geeichte Skalen, sondern die Frequenz musste mit Log-Skalen und Eichkurven auf Millimeterpapier bestimmt werden. Eine andere Möglichkeit zur Frequenzbestimmung war der Einsatz eines „Wellenmessers“, eines Geräts mit einer geeichten Frequenzskala. Dieses kann zur Kontrolle von Empfängern als Oszillator (sendet ein schwaches Signal auf der eingestellten Frequenz aus) oder als Empfänger (in der Nähe eines kräftigen Senders wird bei richtiger Abstimmung beispielsweise eine Lampe zum Leuchten gebracht) geschaltet werden. Bekanntestes Beispiel ist der U.S.-amerikanische Wellenmesser BC-221, der u.a. mit der SM46 (SE-406) auch in der Schweiz zum Einsatz kam.

Wellenmesserzum Einsatz mit der Station
KW61 (Telefunken)Tragbar Schwere Funkstation 18, Fahrbar Leichte Funkstation 19
Spez 125Bs (Telefunken)Tragbar Schwere Funkstation 25, Fahrbar Leichte Funkstation 25 mit den Empfänger E25 und E31
Spez 831F (Telefunken)FG IV (Flugfunkstation) und Z-Station 38 (FG IV - Bodenstation)
A409D (SFR)FG IX (Flugfunkstation), SFR
Frequenzkontrollgerät (Radio Sport, Biel)Schwere Stationen
BC-221SM 42 (SE-402)

Kunstantennen

Zum Abgleich einer Funksendeanlage unter Last (Leerlaufbetrieb führt zu Schäden an den Senderöhren) werden Kunstantennen eingesetzt, welche teils spezifisch auf Funkanlagen zugeschnitten hergestellt wurden.

Allgemeine Werkstattausrüstung

In den Übermittlungsgerätewerkstätten fanden die dienstleistenden Soldaten die wichtigsten Messmittel und Servicegeräte vor, um alltägliche Reparaturen erledigen zu können. Soweit Milizsoldaten mit entsprechender handwerklicher Ausbildung oder im Selbstbau erfahrene Amateurfunker in den Werkstätten arbeiteten, konnte das Spektrum vor Ort resp. im Feld zu erledigender Reparaturen recht breit ausfallen.

MessgerätEinsatzzweck
Elmes 20A (Staub, Richterswil)Universal-Messinstrument
de/testgeraet.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/27 15:06 von mb