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Flugsicherungsempfänger NE1

Flugsicherungsempfänger NE1/2E FNr H3042/68; hergestellt von Rohde & Schwarz, München.

Der Flugsicherungsempfänger NE1 war in den Sechzigerjahren verbreitet in der zivilen Flugsicherung und auch im militärischen Flugfunk im Einsatz, er war Bestandteil der Peilanlage NP 4, die in der Schweiz unter der militärischen Bezeichnung P-722 im Einsatz war.

Rohde & Schwarz NE1/2

Technische Daten

Stromversorgung

Dimensionen

  • 540 x 336 x 378 mm, 35 kg

Zubehör

  • Netzgeräte NE 1N
  • Zehnkanalzusatz NE 1Z1

Rohde & Schwarz NE1/2

Bedienung

Der Flugsicherungsempfänger NE1 ist ein Doppelsuperhet, der den Frequenzbereich des Flugfunks von 100 - 156 MHz abdeckt, wie er zu Ende der Fünfziger- / Beginn der Sechzigerjahre üblich war. Er empfängt in A3 Amplitudenmodulation, die heute noch im Flugfunk eingesetzt wird, in der Variante NE1/1 war ein BFO zum Empfang von CW-Aussendungen eingebaut, in der Version NE1/2 nachrüstbar.

Der Frequenzbereich von 100 - 156 MHz ist durchstimmbar oder kann quarzkontrolliert auf Festfrequenzen betrieben werden, entweder mit einem Quarz-Oberwellenoszillator oder einem externen Zehnkanaloszillator, damit kann eine sehr hohe Frequenzkonstanz erreicht werden.

Die Spannungsaufbereitung erfolgt im Netzteil NE 1N, die Heiz-, Gitter- und Anodenspannungen werden dem Empfänger mit einem Multipolkonnektor zugeführt, hier ist Lautsprecher- und Line out-Signal abgreifbar.

Mit dem Netzschalter am Netzteil wird der Empfänger eingeschaltet und die Kontrolllampe leuchtet auf. Mit dem Schalter „Regelart“ in AR ist automatische Regelung der HF-Verstärkung aktiv und die HF-Regelung muss nicht eingestellt werden. Der Schalter „Frequenz“ auf abstimmbar schaltet auf durchstimmbaren Betrieb und die Hauptabstimmung ist aktiv, die Geräuschsperre wird ausgeschaltet. Mit dem Röhrenmessschalter in Position NF-Sp. wird der NF-Pegel und in Position An.Sp. die Antennensignalstärke angezeigt, An.Sp. dient zur Kontrolle der Anodenspannung.

An den oberen beiden Kopfhörerbuchsen kann ein hochohmiger Kopfhörer angeschlossen werden, die Lautstärke NF-Regelung wird aufgedreht und man kann im Flugfunkband auf Sendersuche gehen, beispielsweise der Wetterbericht des nächstgelegenen Flughafens. Im Bereich 100 - 108 MHz ist heute UKW-Rundfunk hörbar, da der Empfänger amplitudenmodulierte Aussendungen empfängt, ist er für UKW-Empfang nicht brauchbar, mit etwas Verzerrung sind aber UKW-Rundfunkprogramme durchaus hörbar zu machen.

Technisches Prinzip

Blockschaltbild VHF-Empfänger NE1
Peilempfänger NE1: Das Antennensignal von der Peilantenne gelangt durch einen Bandpass 100 - 156 MHz auf eine HF-Stufe V1, in der Mischstufe V2 wird das Signal auf die erste ZF von 10,7 MHz umgesetzt. Der Oszillator V3 kann entweder frei zwischen 110,7 - 166,7 MHz abgestimmt werden oder er schwingt quarzkontrolliert. Dank einer Frequenzverdopplerstufe muss die Quarzfrequenz bei (F(empf)-10,7 MHz)/2 liegen.
Von der Mischstufe gelangt das Signal über zwei ZF-Bandfilter auf die Röhre V4, diese dient als zweite Mischstufe, in der das Signal mit einem 9,05 MHz - Oszillatorsignal auf die zweite ZF von 1,65 MHZ umgesetzt wird.

Nach vier jeweils bandfilter-gekoppelten ZF-Verstärkerstufen V5-V8 gelangt das Signal zu einer Begrenzerstufe V8II; hier wird auch die ZF für das Sichtpeilgerät abgenommen. In der Diode V9I wird die AVC-Regelspannung abgenommen, die Demodulation erfolgt in einer Germaniumdiode D1. Die Röhre V9II dient als Störaustaster, die Röhre V10 wird für die Rauschsperre „Squelch“ genutzt, unter einer bestimmten Signalspannung wird der NF-Zweig stummgetastet. Die Röhre V11 arbeitet als NF-Vorstufe, sie wird von der Squelchschaltung bei tiefen Signalfeldstärken stummgeschaltet. Die NF-Endstufe V12 steuert einen 600 und einen 5 Ohm-Ausgang an und leistet 2 Watt.

Röhrenbestückung

Rohde & Schwarz NE1/2 V1 (EF800, HF-Vorstufe); V2 (ECC81, 1. Mischstufe ZF 10.7 MHz); V3 (ECC81, Oszillator); V4 (EF800, 2. Misch-Stufe ZF 1.65 MHz); V5 (EF800, 1. ZF-Stufe); V6 (EF800, 2. ZF-Stufe); V7 (EF800, 3. ZF-Stufe); V8 (EF800, 4. ZF-Stufe & Begrenzer); V9 (EB41, Störaustaster); V10 (EF800, Squelch); V11 (EF800, NF-Vorstufe); V12 (EL803, NF-Endstufe); opt. V30 (EF800, Telegraphieüberlagerer / BFO).
Im NE 1N: BrGl (Netzgleichrichter), V403 und V404 (85A2 Stabilisator), V401 (PL81) und V402 (EF800) zur Anodenspannungsstabilisation 200 V.

Entwicklung

Der Flugsicherungsempfänger NE1 wurde von Rohde & Schwarz zu Ende der Fünfzigerjahre entwickelt.

Einsatz

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Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/ne1.txt · Zuletzt geändert: 2024/09/29 15:46 von mb